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„Hoffentlich haben wir jetzt keinen Blödsinn gemacht!“

Dienstag, 16. März, 2004Freitag, 14. Februar, 2020
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„Hoffentlich haben wir jetzt keinen Blödsinn gemacht!“
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Salzburg, Dienstag, der 16. März 2004:

Nun war ich schon früh am Morgen unterwegs, um an der Angebotseröffnung für die „Kienberg Wand“ teilzunehmen. Diese Ausschreibung lief nicht, wie üblich bei solchen Projekten, über das Amt der Landesregierung, sondern wurde von der SABAG durchgeführt. Ein Projekt, über welches auch viel in den Medien berichtet wurde, galt dieser Straßentunnel doch als der teuerste Straßenkilometer in ganz Österreich.

Schon um 7:30 Uhr sollte dort die Angebotseröffnung stattfinden, was mehr als unüblich ist. Sind doch bei solch einem Projekt Bieter mindestens aus ganz Österreich zu erwarten, welche, wollten sie selbst an der Angebotseröffnung teilnehmen, sich bereits äußerst früh auf den Weg nach Salzburg begeben mussten, oder bereits am Vorabend dafür anreisen.

Nun wartete ich schon ab kurz nach sieben Uhr morgens auf diese Eröffnung. Die Räumlichkeiten kannte ich ja, war dies doch auch einer der Auftraggeber, für welchen ich in jenem Ingenieurbüro, in welchem ich zuvor gearbeitet hatte, schon tätig war. Es war ja der Auftraggeber für den Neubau und die Erweiterung im Krankenhaus Hallein.

Es waren allerdings dann doch relativ viele Vertreter der einzelnen Bieter anwesend. Wobei ich allerdings niemanden davon kannte. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, schließlich war ich ja als Planer, obwohl ich für ein Ingenieurbüro arbeitete, welches hauptsächlich im Bereich der Planung von Straßentunnel tätig war, selbst nicht direkt als Projektleiter in solche Projekte involviert, sondern in erster Linie im Bereich von Hochbau Projekten tätig. Einer der Anwesenden Teilnehmer der Angebotseröffnung meinte doch glatt als er mich sah,

„wer ist denn das?“

Worauf zu ihm ein weiterer Teilnehmer meinte, es schienen sich sonst alle bestens zu kennen,

„ein neuer!“

Wobei beide darüber zu lachen begannen. Als ob es undenkbar wäre.

Im Zuge der Angebotseröffnung klärte sich dann auch schnell der frühe Zeitpunkt. Denn die Mitarbeiterin, welche diese dann durchführte, meinte, sie wäre doch überrascht, so früh am morgen schon so viele Vertreter der einzelnen Bieter zu sehen. Denn eigentlich wäre die Zeit deshalb so früh angesetzt worden, damit diese rasch durchgeführt werden könnte und nicht, wie sonst, zu viele Fragen der Vertreter der Bieter gestellt werden. Das Angebotsergebnis hätten sie auch sonst ohnedies alle Bieter mitgeteilt bekommen. Ich musste darüber schmunzeln, als ich dies hörte, denn dies entsprach dem, wie ich diesen Auftraggeber bisher kannte.

Da diese Angebotseröffnung bereits so früh stattfand, kam ich beinahe zur gleichen Zeit ins Büro zurück, als wäre ich direkt von zu Hause in die Arbeit gefahren. Aber dort herrschte schon etwas Aufregung, als ich in mein Bürozimmer kam. Denn „Zucki“ kam kurz nach mir von einer kleinen inoffiziellen Besprechung im Büro zurück ins Zimmer, setzte sich auf seinen Platz und meinte dann laut vor sich hersagend,

„hoffentlich haben wir jetzt keinen Fehler gemacht!“

Worauf Richard B. ihn ganz entsetzt fragte, was denn los sei und „Zucki“ darauf erklärte,

„den Hörbi nehmen sie nicht!“

Wenig später ergänzte,

„Christian hätte ihn vorgeschlagen, aber den haben sie ihm abgelehnt!“

Mir war klar, was damit gemeint war. Denn hatte doch „Zucki“ noch vor wenigen Wochen erklärt, nun wäre nur mehr eine Position im Betrieb neu zu besetzen, nämlich die von „Hörbi“, also die Position eines Gruppenleiters im Bereich der Gebäudetechnik für den Bereich im Bundesland Salzburg. Christian H. wollte diese Position doch mit einer Person besetzen und nicht weiter an dieser provisorischen Regelung mit „Hörbi“ festhalten. Also schien Christian H. „Hörbi“ als neuen Gruppenleiter vorgeschlagen zu haben, welcher allerdings nun von seinen Vorgesetzten für diese Position abgelehnt wurde. Was mich auch nicht weiter wunderte. Denn jeder wusste, was „Hörbi“ bereits in seiner beruflichen Laufbahn getan hatte, seinen Vorgesetzten eiskalt „abgeschossen“ und daher könnte er für eine führende Position, hält man sich an die geltenden Regeln, nicht in Frage kommen. Jemanden „abzuschießen“ ist eben ein, wie man dies heute so schön bezeichnet, „No Go“. Es verstößt einfach gegen geltende Regeln, welche ganz einfach notwendig sind, damit nicht jeder einfach tut was er will, jeden einfach mutwillig abschießt, nur um selbst im Beruf weiter zu kommen, denn sonst bricht einfach das Chaos aus und jeder beginnt jeden einfach „abzuschießen“ und niemand kann mehr eine Funktion richtig ausführen. Also, das war ganz einfach zu erwarten, dass „Hörbi“ nicht mehr für diese Position in Frage kommen kann. Christian H. hatte dies aber offensichtlich trotzdem versucht und dabei eine Abfuhr erhalten.

Richard B. fragte ihn dazu, was nun zu erwarten ist. Worauf „Zucki“ erklärte, nun würde im Betrieb weiter nach einer geeigneten Person gesucht, welche diese Position übernehmen könnte. Falls sich dabei keine findet, dann würde diese Position ausgeschrieben werden und ein externer mit der Position betraut werden.

Aber damit war es noch lange nicht zu Ende. Denn „Zucki“ ergänzte dann weiter,

„auch mit Christian scheinen sie nicht besonders begeistert zu sein!“

Dies wunderte mich auch nicht besonders, denn jemanden wie „Hörbi“ mit einer leitenden Position zu betrauen, das hätte es, wie ich bisher diese Branche kannte, zuvor einfach nicht gegeben! Aber da schien es noch weitere Probleme zu geben. Wobei ich mir dachte, dies hat aber dann nicht besonders lange gedauert. Denn schließlich war es erst einen Monat her, als Christian H. seine Funktion als neuer Geschäftsführer in der Region West übernommen hatte! Und tatsächlich, je öfters ich nun Christan H. im Büro sah, desto mehr fiel mir auf, er würde tatsächlich nicht besonders fest im Sattel seiner neuen Funktion als Geschäftsführer der Region West sitzen!

Meine Hoffnungen Ende Jänner, nun würde endlich Ruhe einkehren, war somit restlos verflogen. Denn nun ging es nicht nur mehr um die Position von „Hörbi“, auch jene des neuen Geschäftsführers werde wohl auch wieder zur Disposition stehen.

Und so war es dann auch! Nur war nun nicht mehr eindeutig zu erkennen, um welche Position gerade „gekämpft“ würde!

(2020-01-31)

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