Wien, Montag, 31.1.2022 15:05 Uhr:
Herr H. verließ kurz noch einmal den Besprechungsraum und kam danach mit einem weiteren Herrn zurück. Den stellte er mir als Roman St. vor. Dieser setzte sich gleich in die andere Ecke des großen Besprechungstisch neben mir. Worauf Herr H. meinte,
„wenn wir so sitzen, dann brauchen wir keine Masken aufsetzen.”
Kurz darauf kam auch noch Herr T. dazu, wegen welchem der Termin auf 15:00 Uhr verschoben wurde.
Anfangs dachte ich, dies wäre nun jener Unangenehme, welchen ich von der Telefonkonferenz am 17.1. in Erinnerung hatte. Doch da stellte sich sehr schnell heraus, dass gerade dies der Angenehme ist. Worüber ich etwas irritiert war und nicht wusste, ob mir nun hier etwas vorgespeilt werden soll.
So begann Herr H. kurz vom Unternehmen zu erzählen. Was sie machen, worin ihr Geschäft besteht und eben auch wer ihr beinahe, und eigentlich ja wirklich einziger Kunde ist.
Worauf ich gebeten wurde, etwas von mir zu erzählen. Ich dabei über meine aktuelle Stelle berichtet hatte und dass sie nun in Coronazeiten daraus für mich etwas Positives entwickelt hätte, da ich nun eben sehr viel im Home – Office tätig bin und daher nun nicht mehr als richtiger Wochenpendler nach Frankfurt fahren muss. Trotzdem nun allerdings, sollte es sich ergeben, eine entsprechende Stelle in Wien suchen würde, damit ich künftig eben gar nicht mehr pendeln müsste.
Ich sehr schnell, als ich nach Deutschland gekommen bin, entdecken musste, dass es dort auch nicht besser sei. Weshalb ich zwar immer noch in Deutschland wäre, allerdings sehr froh wäre, wieder nach Österreich zurückkehren zu können.
Wobei ich über diverse Projekte erzählt habe, welche ich bisher betreut hätte. Dabei eben auch Sachen erlebt hätte, die hätte ich zuvor niemals für möglich gehalten. Aber größtenteils mit Bezug auf die nun zu besetzende Stelle, mit eben Erfahrung in der Industrie und bei der Sanierung von Schaltanlagen im laufenden Betrieb.
Da meinte Herr H., er hätte in meinem Lebenslauf gesehen, dass ich einige Zeit bei VA Tech gearbeitet hätte. Und ergänzte, er wäre auch von VA Tech in dieses Unternehmen gekommen.
Worauf ich mir dachte, ich drehe gleich wieder um und gehe! Denn mit Leuten von VA Tech möchte ich in meinem weiteren Berufsleben nichts mehr zu tun haben!
Dann ergänzte er noch, dass ein großer Teil seiner Mitarbeiter ebenfalls von VA Tech gekommen wäre! Was für mich die Sache nicht besser werden ließ. Aber der Anstand verbietet es mir eben, bei solch einem Termin einfach aufzustehen und zu gehen. Am liebsten hätte ich es jedoch getan! Denn das hatte ich schon Herrn Sch. von diesem Ingenieurbüro gesagt, dass ich für Elin nicht arbeiten werde. Nun handelt es sich dabei zwar nicht um Elin, jedoch wenn hierher ein größerer Teil der ehemaligen Mannschaft gewandet ist, dann macht es dies nicht besser!
Worauf Herr T. sich einmischte, regelrecht aufschreckte und meinte, er wäre nicht von VA Tech! Er wäre ein reiner Siemensianer!
Nun fragte mich Herr H., bei wem ich denn in meiner Zeit bei VA Tech gearbeitet hatte, wer mein Chef gewesen wäre. So erklärte ich ihm, dies wäre Herr Karl P. gewesen. Den er aber nicht gekannt haben wollte. Wobei ich ihm dies nicht glaubte. schließlich weiß ich, dass Karl P., der einstige Business Unit Manager Automotiv bei VA Tech dann plötzlich als „kleiner” Projektleiter bei Siemens untergekommen ist – im Bereich MSR. Und das kann eben nun auch nur Siemens Energy sein! Also, die Wahrscheinlichkeit, dass sich beide kennen, ist äußerst hoch.
So erzählte ich ihm weiter, Karl P. wäre allerdings nur mein Chef in der Zeit, als ich für „Linz” gearbeitet hatte, gewesen. In Salzburg wäre dies Christian H. gewesen, welcher durchausbekannt sein könnte. Was mir dann auch H. bestätigte.
Jedoch als ich ihm sagte, mein direkter Vorgesetzter in Salzburg wäre Erich H., „Hörbi”, gewesen, sah ich ein verschmitztes Grinsen im Gesicht von H. Noch viel mehr, als ich ihm sagte, auch den soll es noch irgendwo geben!
Auch als ich immer wieder zwischendurch von Projekten erzählte, welche ich bisher mit Bezug auf diese Stelle betreut hatte, dabei ein Projekt bei VA Tech in München erwähnte, dies jedoch nur eben ein Projekt gewesen wäre, sah ich wieder dieses verschmitzte Grinsen!
Also, H. wusste Bescheid! Weshalb für mich das Gespräch schon erledigt war. Aber eben trotzdem immer wieder noch weitererzählt hatte
Etwas, dass mich auch fürchterlich störte, gleich zu Beginn des Gespräches, war, dass beide, H. und T., meinten, ich würde mindestens ein halbes bis eher ein ganzes Jahr benötigen, bis ich so weit in die Materie eingearbeitet wäre, dass ich bei dieser Stelle auch wirklich etwas tun könnte. – Ganz ehrlich gesagt, dies empfand ich als Beleidigung!
Aber trotzdem stellte sich T. immer mehr als der eigentlich Angenehmere der beiden dar. Was mich immer mehr verwunderte, hatte ich dies doch vom Telefonat ganz anders in Erinnerung.
Zuletzt kamen noch Fragen, welche ich an diese Stelle hatte. Wobei ich als Wichtigstes, und es blieb auch das Einzige, ansah, weshalb diese Stelle quasi über Personal Leasing durch dieses Ingenieurbüro Sch. besetzt wird. Denn nun wäre ich 5 Jahre in einer Festanstellung in einem Ingenieurbüro und es würde mich einfach beschäftigen, weshalb ich nun plötzlich als Leasing Personal weiterarbeiten soll. Auch wenn es dabei um Siemens geht. Zudem wäre ich mittlerweile 52 Jahre alt und möchte nur mehr ein einziges Mal meinen Job bis zur Pensionierung wechseln.
Worauf mir erklärt wurde, dies läge eben an Planstellen, die eben nicht zur Verfügung stehen würden. Lediglich ein Mann würde in 1 ½ Jahren in Pension gehen. Dann wäre wieder eine Stelle frei, die ich dann auch bekommen könnte. – Wobei, dabei konnte es sich nur um jene Stelle handeln, welcher nun jemand innehat, der die gesamte Wartung der Schaltanlagen durchführt und koordiniert. Allerdings, dies wäre dann jedoch wieder eine andere Stelle und hätte mit der Aufgabe, worum es aktuell geht, eigentlich nichts zu tun!
Es gäbe zwar auch noch andere. Auch Siemens hätte so ein Unternehmen im Verbund. Allerdings, so erklärte T., käme von dort nichts Gescheites. Da müsste er stets sagen, den nehmen, dann bekommt er jemanden, den er auch brauchen könnte. Daher würden sie in erster Linie eben mit Sch. zusammenarbeiten.
Herr T. ergänzte noch, die Schwierigkeit bei diesem Job läge an den vielen Kleinkram, welchem man stets hinterher sein müsste. Aber auch daran, dass man es eben nur mit einem einzigen Kunden zu tun hätte.
Zudem soll der Kunde selbst kaum mehr eigenes technisches Personal haben. T. ergänzte dazu in Richtung H.,
„nur mehr Deine Freunde!”
Auch dies hatte mich nun erst gar nicht mehr verwundert. Denn da schien für mich längst alles klar zu sein, was hier los ist.
Auch um meine Kündigungszeit ging es. Wobei ich diese mit 1 Monat angab. Es mir allerdings mit dem Wechsel zeitlich nicht sehr dringend sei. Da ich derzeit eben allein für den gesamten Bereich E-Technik zuständig wäre und da nicht von einem Tag auf den anderen einfach weg sein möchte. Menem aktuellen Chef wenigstens die Möglichkeit geben möchte, dies zu regeln. Denn Schuld wäre ohnedies ich an allem was nach meinem Ausscheiden schief ginge. Ich möchte nur meinem Chef die Möglichkeit geben, dies zu klären.
Worauf H. etwas verwundert war. Denn schließlich hätte erst kürzlich jemand aufgehört, der von einem Tag auf den anderen einfach gegangen wäre, ohne dass es ihn interessiert hätte, was danach wäre. Dies schien zudem auch letzten Sommer auch schon einmal bei einem Abgang der Fall gewesen zu sein.
Was mich dabei zusätzlich verwunderte, denn dann müssten eigentlich Planstellen frei sein. Oder es handelte sich dabei eben auch um Leasing Personal. Vielleicht sogar um Leute von Büro Sch.! Jenem Büro, welches mich auch nun für diese Stelle anstellen sollte.
Nach einer dreiviertel Stunde war eigentlich alles Besprochen. Worauf ich sagte,
„alles andere muss ich dann ohnedies mit Sch. klären!”
Worauf mich T. darum fast schon dringend bat. Daher dachte ich, Herrn T. hätte wohl wirklich Interesse an mir. Wobei ich mir dachte, auch mit ihm könnte ich klarkommen.
Aber Herr T. wollte offenbar noch weiter mit mir sprechen. Er hatte wohl meine Bedenken gegen die Art der Anstellung bei diesem Ingenieurbüro erkannt. Weshalb er die beiden anderen, H. und St., der ohnedies kaum etwas sagte und mich fast nur beobachtete, bat, den Raum zu verlassen!
Fast aufgeschreckt darüber, was da nun los sei, verließ dann auch H. widerwillig den Raum. St. folgte ihm wortlos.
Da fragte mich T. plötzlich, was ich denn derzeit verdienen würde. Worauf ich ihm wieder diese 80 nannte. – Stimmt zwar nicht. Aber dies wäre es eigentlich, was mir TW wirklich für meine Tätigkeit bezahlen müsste. – Wobei, wie ich ergänzte, dies mittlerweile seit 5 Jahren so wäre. Weshalb darin noch kein Ausgleich der Inflation berücksichtigt ist, den ich noch mit meinem aktuellen Chef vorhätte, zu klären. Worauf T. auf seinem Mobiltelefon zu rechnen begann und dann den Kopf schüttelte. Er meinte dann weiter, darüber müsste ich unbedingt noch mit Sch. sprechen. Denn da ging sich kein Inflationsausgleich mehr aus.
Nun begann allerdings plötzlich ein richtig angenehmes Gespräch. So, wie ich es mir für meinen nächsten Job Wechsel auch erwarten würde. Ich mit meinem künftigen Chef richtig offen, aber auch vernünftig sprechen kann. Wo man auch merkt, wie das Gegenüber tickt, und ob man, auch wenn es vielleicht einmal nicht so rund läuft, auch immer noch sprechen kann. Eben auch eine zwischenmenschliche Basis vorhanden ist.
Eigentlich begann nun das ganze Vorstellungsgespräch noch einmal. Allerdings auf einer ganz anderen Basis.
Und da wir uns eben nun so nett unterhielten, meinte ich, ich wäre ein Mann der offenen Worte, manchmal auch direkt, und ihm dabei erklärte, dass ich, als Herr H. meinte, er wäre von VA Tech, ich darüber nachdachte, ob ich nicht gleich wieder umdrehen sollte. Denn ich hatte äußerst schlechte Erfahrungen mit VA Tech Leuten gemacht. Nicht nur in der Zeit, als ich dort arbeitete. Auch danach. Denn dies wäre eben einst ein sehr großes Unternehmen gewesen, mittlerweile aber sehr viele überall verstreut, und oft wäre es schon so gewesen, dass ich sehr seltsame Dinge erlebt hatte, wobei sich danach eben herausstelle, hier wäre eben wieder Leute von VA Tech im Speil gewesen. Vor allem menschlich wäre hier etwas sehr im Argen.
T. war gar nicht besonders erschrocken darüber. Wobei dies ja auch gleich das Ende jedes Vorstellungsgespräches sein könnte. Er meinte nur, die, die er hier hätte, die wäre alle harmlos. Anfangs wären ein paar hinausgeworfen worden. Mittlerweile wäre Ruhe mit denen. Er wäre nun seit 1 ½ Jahren Leiter dieser Abteilung und da käme er meist klar mit denen.
Er meinte zudem, Siemens hätte eigentlich eine Konkursmasse von VA Tech gekauft!
Dieses Gespräch mit T. hatte nun beinahe noch einmal eine ¾ Stunde gedauert. Und war eigentlich richtig angenehm. Darauf hätte man aufbauen können. So sah es zumindest aus. Vorausgesetzt hier wurde mir nichts vorgespielt. Da ich eben beim Telefonat 2 Wochen zuvor die beiden genau umgekehrt in Erinnerung hatte.
Plötzlich kam H. wieder in den Besprechungsraum. Er wollte nun offenbar das Gespräch beenden, indem er es „sprengt”. Er meinte, nachdem er sich etwas Überblick über die aktuelle Situation verschafft hatte, es würde ihn freuen, wenn mir zusammenkommen würden,
„oder wollen sie mit dem ganzen Pack von VA Tech nichts zu tun haben!”
Vielleicht hat er es auch gehört, was ich T. zuvor erzählt hatte. Allerdings ich war ohnedies schon dabei zu gehen. Dachte mir dabei aber, ob ich nun nicht einwenden möchte, das war jetzt das Stichwort!
Aber mein Anstand verbietet mir dies eben. Weshalb nun ich dazu nur schmunzelte!
Nun wollte ich nicht mehr darüber nachdenken, wie ich aus diesem Gebäude wieder hinauskomme. Daher habe ich das Angebot von H. angenommen, dass mich dieser hinausbegleitet. Jedoch mehr als bis zum Aufzug, 5 Meter, hatte er es nicht mehr für nötig erachtet!
Als ich dann mit dem Aufzug runterfuhr, dachte ich mir, was soll das nun gewesen sein. Soll ich nun Herrn Sch. gleich anrufen und absagen, oder wartete ich noch ein bisschen. Die ganze Fahrt bis nach Hause habe ich darüber nachgedacht.