„Das wollen sie ihm jetzt nehmen“
Frankfurt, Wien, Freitag, der 20. Juli 2018:
Schon früh morgens ging es wieder los. Da stand ein Mann auf der anderen Straßenseite und telefonierte mit seinem Mobiltelefon. Dabei meinte er,
„bei uns ist es jetzt ruhig!“
Kaum sah ich aus dem Fenster, um nachzusehen, wer den das sein könnte, erkannte ich den Mann schon. Denn es war der Mann, welcher in dem Haus, in welchem ich in Frankfurt wohne, die Reinigung durchführt. Er ist Dresdner, Ende 50 Jahre alt!
Aber, warum gab er seinem Gesprächspartner durch, hier sei es nun ruhig? War doch gerade er einer derjenigen, welcher sich besonders bei der Hetze gegen mich, als ich vor gut einem Jahr hier mein Appartement mietete? – Naja. Sind es doch gerade seinesgleichen, welche sich nun als die „neuen Guten“ präsentieren wollen, die wieder alles in Ordnung bringen und zudem, gilt es doch nachzuweisen, ich wäre an all dem selbst schuld. Dazu muss es eben nun hier, da sie die Führung übernommen ruhig sein. Überall sonst kann es bedenkenlos mit den beinahe krawallartigen Szenen weiter gehen, würde dies doch erst recht meine Schuld bekräftigen.
Als ich dann kurz nach acht Uhr wieder an der U-Bahnstation stand, um damit in die Arbeit zu fahren, meinte ein Mann am gegenüberliegenden Bahnsteig zu ihrem Begleiter,
„gegen wen ist denn das damals gegangen?“
„Ja gegen D.! Aber das haben sie fallen gelassen, weil sie ihn nicht mochten!“,
meinte seine Begleiterin.
Kaum wandte ich mich ein wenig zur Seite, fiel mir auch schon die nächste Frau auf, wie sie mit ihrem Mobiltelefon telefonierte und dabei meinte,
„das hat er jetzt vergessen, dass die Anderen eh noch immer da sind!“
Und wenig später meinte sie weiter,
„das wollen sie ihm jetzt nehmen! – Als nächstes ist seine Kreditkarte dran!“
Kaum in der Arbeit angekommen, den Rechner hochgefahren und eine Tasse Kaffee besorgt, ging es schon wieder weiter. Da gingen zwei Männer unterhalb meines Fensters am Arbeitsplatz vorbei. Dabei meinte einer,
„hat er sich jetzt gegen uns ausgesprochen?“
Darauf der zweite,
„ganz so direkt nicht!“
Beide sprachen wohl meine Kommentare zur Einstellungsverfügung im Fall D. der Staatsanwaltschaft Stuttgart aus und hätten dabei gehofft, ich würde mich nun vielleicht auch noch gerade deshalb gegen die Staatsgewalt stellen, hatte ich diese doch erst kürzlich zuvor geschrieben und auf meiner Internetseite veröffentlicht. Das werde ich allerdings auch keinesfalls tun, denn dazu weiß ich einfach viel zu viel über dieses Unwesen, diese seltsamen, meist dümmlichen Gestalten, welche dies befürworten und kenne zudem ihre Intrigenspiele schon viel zu gut und viel zu lange!
Was war ich froh, als um zwei Uhr nachmittags die Arbeit für mich für diese Woche erledigt war und ich endlich meinen Heimweg nach Wien antreten konnte. Doch kaum war ich, nachdem ich noch in meinem Appartement war, um meine Sachen zu packen, am Hauptbahnhof in Frankfurt angekommen, hatte mir eine Fahrkarte gekauft und ging auf den Bahnsteig, von wo mein Zug nach Wien abfahren würde, fuhr gerade der Gegenzug aus Wien am gleichen Bahnsteig ein. Dabei stiegen natürlich auch eine Menge Fahrgäste aus Österreich aus, welche damit gerade eben nach Frankfurt gekommen waren. Darunter waren auch zwei Fahrgäste mit oberösterreichischem Dialekt und kaum hatten sie mich am Bahnsteig entdeckt, meinte einer, eine junge Frau,
„warum fährt der eigentlich immer noch heim?“
Darauf ihr Begleiter,
„der ist so!“
Naja! Warum sollte ich nicht nach Hause fahren wollen, bin ich doch hier in Frankfurt nicht freiwillig und, obwohl Frankfurt vielleicht durchaus ein lebenswerter Platz zum Leben wäre, ich niemals hierbleiben werde, schon gar nicht unter diesen Voraussetzungen!
Kaum war mit dem Zug einige Zeit unterwegs, ich tippte an meinem Mobiltelefon herum und setzte einige Male meine Kommentare zur Einstellungsverfügung im Fall D. auf Buffer, da meinte eine Frau mit österreichischem Dialekt, kurz nach Würzburg, wobei sie mich dabei gar nicht sehen konnte,
„was schreibt er denn schon wieder!“
Kurz nach Regensburg meinte eine Frau,
„der kann es wirklich nicht glauben, dass es vorbei ist mit ihm!“
Als dann der Zug endlich nach Passau über der Grenze wieder in Österreich war, meinte eine junge Frau,
„wenigstens kann er jetzt wieder nach Österreich zurückkommen!“
Und kurz nach St. Pölten gab mir ein älteres Ehepaar auch gar noch die Erlösung und meinte,
„der wird schon wieder!“
Aber dem war noch lange nicht genug. Denn als ich dann endlich in Wien angekommen war und mit dem 13A zu mir nach Hause fuhr, meinte eine junge Frau zu Ihrem Begleiter, kurz bevor ich aus dem Bus ausstieg,
„die legen den!“
Und lachte dabei auch noch laut.
Na, was war ich froh, als ich endlich gegen Mitternacht zu Hause angekommen war, den Fernseher aufdrehen konnte und mir Columbo ansehen konnte!
(2018-08-20)