„Dem geht es richtig schlecht“
Wien, Dienstag, der 26. September 2017:
Nicht ohne Grund ging ich an diesem Abend noch eine größere Runde durch die Wiener Innenstadt. Aber kaum ging ich gegen 21:00 Uhr die Prinz-Eugen Straße am Schloss Belvedere vorbei Richtung Innenstadt, kam mir ein älteres Ehepaar entgegen. Beide hatten bundesdeutschen Akzent. Es waren sonst so gut wie keine Leute mehr auf der Straße unterwegs, also wen hätten sie meinen sollen, als er plötzlich meinte, als ich an ihnen vorbei ging. Da meinte der ältere Mann,
„dem geht es richtig schlecht!“
Woher er dies wohl zu wissen schien?
Aber dann antwortete dessen Begleiterin, offensichtlich seine Frau,
„ich glaube aber, dass das Zahnschmerzen sind“.
Naja! Von Zahnschmerzen bin ich, Gott sei Dank, weitgehend verschont, denn darauf gebe ich besonders acht. Aber, ich finde es doch sehr seltsam, wie diese Frau darauf kommen konnte, ich hätte Zahnschmerzen! Oder war es lediglich der Versuch, eine für sie selbst beruhigende Begründung dafür zu finden, was man mir antut!
Zudem, wie kann es sein, dass mich mir gänzlich unbekannte Personen aus einem anderen Land, diesmal aus Deutschland, erkennen, wenn ich durch die Straßen Wiens gehe. Noch dazu durch Straßen, durch welche ich üblicher Weise sonst nie komme!
Als ich einige Zeit zuvor die gleiche Straße noch hoch ging, saßen zwei Männer, dem Dialekt zufolge offensichtlich zwei Wiener, an einem Tisch an der Straße vor einem Lokal. Kaum sah mich einer der beiden, da meinte er zu seinen Kollegen am Tisch,
„das ist der! Der soll jetzt abhauen! Denn das ist es, mit dem sie das nun vorhaben!“
Beide schienen mir zwar nicht grundsätzlich abgeneigt gegenüber zu stehen. Aber, was sollte man nun mit mir vorhaben? – Vielleicht mich als Feindbild für den Aufbau der „Neuen Gemeinschaft“ zu verwenden? – Und beide sehen wohl die einzige Möglichkeit, dies noch zu verhindern, darin, dass ich abhaue?