Wien, Montag, der 16. März 2009:
Richtig zufrieden saß ich wieder einmal an einem dieser Montage, an welchem sich sehr viele Mitarbeiter dieses Unternehmens im Büro in Wien befanden, dem „Bürotag“, an meinem Arbeitsplatz. Denn beim Projekt „Hotel am Hessenplatz“ lief für mich alles bestens. Dem einzigen Projekt, welches ich nun nur mehr zu betreuen hatte. Doch dabei lief im Bereich der Elektrotechnik dafür, so sah es zumindest ich, alles umso besser. Wobei ich davor ausging, so müssten es eigentlich alle im Unternehmen sehen. Zumindest alle, die bei diesem Projekt verantwortlich waren. Denn in meinem Bereich lag nicht nur alles im Kostenrahmen, sondern es sah auch so aus, als würde bis zum nun vereinbarten Eröffnungstag, dem Beginn dieses „Soft Openings“, am 1. Mai, auch alles in Betrieb sein und auch ohne wesentliche Mängel funktionsbereit sein.
Wobei ich mich mittlerweile um beinahe alles zu kümmern hatte, was irgendwie mit Strom funktionierte. Ja selbst um die Mobilfunk Verträge für die Handys der neuen Mitarbeiter des Hotels hatte ich mich zu kümmern. Nebenbei auch noch eine kleine Planung für die Multimedia Ausstattung der Konferenzräume im Hotel erstellt, welche zwar eigentlich im Auftrag des Planungsunternehmens für dieses Projekt gelegen wäre. Doch von diesem einfach nicht ausgeführt wurde. Und da der Vertrag mit diesem Planungsbüro längst abgeschlossen war, wollte diese Leistung bei diesem Büro auch niemand mehr einfordern. Weshalb nun einfach ich selbst dafür, zusammen mit einem dafür geeigneten Unternehmen, erstellt hatte. Selbst dies sollte noch rechtzeitig vor Eröffnung des Hotels voll funktionsfähig sein.
Doch, es mag sein, dass ich damit der Meinung war, für das Unternehmen bei diesem Projekt eine fast schon ausgezeichnete Arbeit zu leisten, dies eigentlich, wenn man eine positive Arbeit leisten will, der Normalfall sein sollte, dies auch eigentlich im Unternehmen zumindest positiv zur Kenntnis genommen werden sollte, die Kollegen im Unternehmen sahen dies ganz anders! Denn ich wurde regelrecht angefeindet deshalb! Und nicht nur von Kollegen, welchen ich damit vielleicht „gefährlich“ werden könnte, sondern auch unser „Chef“ bei diesem Projekt, Markus L., der an diesem Tag, wie schon die Montage zuvor, im Büro war. Wobei er dort eigentlich nichts zu tun hatte. Es auch nicht zwingend erforderlich gewesen wäre, dass jeder Mitarbeiter des Unternehmens sich am „Bürotag“ im Büro in Wien aufhält. Er zudem in Linz mehr als genug zu tun gehabt hätte.
Nicht einmal gegrüßt hatte mich Markus L., als ich ihn im Büro zu sehen bekommen hatte. Sondern er schlich nur verstörend an der Tür zu meinem Büro vorbei, hatte dabei wie ein Möchtegern Philosoph seine Hände am Rücken verschränkt, blickte kurz zu mir in mein Zimmer, drehte sich dann wieder ab und schlich mit extra großen Schritten weiter. Man hätte beinahe angst vor solch einer Person bekommen können. Nicht jedoch, weil sie derart gefährlich wirkte. Sondern weil er dabei ein derart gekünsteltes Gehabe an den Tag legte, als hätte er eine psychische Störung!
Was er damit bei mir erreichen wollte, verstand ich nicht. Angst war es jedenfalls nicht, was ich davon bekommen hatte. Denn, nachdem er mich nicht einmal eines Grußes würdigte, wobei ich mittlerweile beinahe jeden Tag mit ihm zu tun hatte, saß ich einfach nur an meinem Platz und schüttelte den Kopf, ob dieser seltsamen Gestalt, welche da gerade an der Tür zu meinem Bürozimmer vorbeischlich.
Das Nächste, was ich von ihm zu hören bekam, war, wie er in eines der nächsten Büros, wobei ich allerdings nicht verstand, in welches Büro er dabei ging, verschwand, um sich mit einem der Kollegen über mich zu unterhalten. Wobei er dabei meinte,
„wie tun wir denn weiter mit dem!“
Nicht allerdings als Frage formuliert, sondern als Aufforderung, ihm zu sagen, was nun geschehen sollte. Worauf ein kurzes Gespräch, allerdings unter mehreren Personen, nicht nur zweien, folgte, wie es denn mit mir weitergehen könnte. Wobei einer plötzlich meinte,
„und was ist, wenn wir denn jetzt einfach hinauswerfen? – In Linz ist jetzt ohnedies alles im Laufen. Da brauchen wir ihn ohnedies nicht mehr! – So, wie die damals vor fünf Jahren!“
Doch darauf erwiderte einer,
„das geht nicht! Dazu brauchen wir einen Grund! – Und den haben wir nicht!“
Wobei dies unter den Gesprächspartnern gar nicht gut anzukommen schien, denn schließlich wäre dies ja bereits mit mir geschehen. Daher sollte dies in diesem Unternehmen wohl auch so einfach gehen. Doch da hakte einer ein und meinte, darüber bereits mit „ihnen“, also mit den Obersten in der Unternehmensführung gesprochen zu haben. Worauf ihm Dipl. Ing. Iris O., damals im Aufsichtsrat des Unternehmens, Tochter eines Tiroler „Industriellen“, gelegentlich auch in den Medien durch ihre Vielzahl an Positionen vertreten, gemeint haben soll, dies würden sie nicht tun, jemanden einfach aus dem Unternehmen hinauszuwerfen. Worauf er allerdings erwidert hatte, mit mir wäre auch damals bei VA Tech so verfahren worden, wobei auch „sie“ darin Vertreten wäre. Doch diese hätte abgewunken, da dies vor ihrer Zeit bei VA Tech, beziehungsweise dem Nachfolgeunternehmen jenes Unternehmens des Konzerns, gewesen wäre. „Wir“ bräuchten dafür jedenfalls einen Grund.
Zuletzt hörte ich von diesem Gespräch nur:
„Wir brauchen einen Grund! – Daher wird es schwierig!“
Danach schien sich diese „Versammlung“ im Büro wieder aufgelöst zu haben. Denn als Nächstes sah ich wieder Markus L., wie er ebenso verstörend wie zuvor, mit seltsam und unnatürlich verschränkten Händen am Rücken, sowie mit auffallend großen und ebenfalls völlig unnatürlich großen Schritten wieder an meiner offenen Bürotür vorbeischritt, hin zu seinem Arbeitsplatz.
Wir man zwar längst klar, dass ich in diesem Unternehmen wohl kaum Freunde finden werde, auch kaum nach diesem Projekt in Linz eine weitere Zukunft in diesem Unternehmen haben werde, denn dafür gingen mir einfach die möglichen Projekte, welche ich betreuen könnte, allerdings auch die möglichen Projektleiter, welche mich zu so einem Projekt dazunehmen würden, einfach aus. Aber das war nun doch eine mehr als verstörende Situation. Denn, wie gesagt, jener Bereich, welchen ich bei diesem Projekt in Linz nun zu betreuen hatte, und das umfasste so gut wie alles, was nur in irgendeiner Weise mit Strom etwas zu tun hatte, lief bestens! – Und dann auch noch einen „Chef“ bei diesem Projekt mit Markus L., der, solange er etwas von mir brauchte, stink freundlich mir gegenüber war. Nun jedoch, da ohnedies alles im Laufen wäre, es nur mehr darum ginge, alles auch fertigzustellen, wollte er mich nun einfach loswerden. Am besten damit, mich einfach aus dem Unternehmen hinauswerfen zu lassen! – Und dies von einer Person, die einem den Eindruck vermittelt, einen Knall im Oberstübchen zu haben!
(2021-10-10)