Flachau, Samstag, der 27. Jänner 2007:
Den zweiten Winter hintereinander war ich nun nicht mehr Ski fahren. Etwas, das es zuvor noch nie gegeben hatte. Daher wollte dies ich nun endlich wieder einmal tun. Doch ich war mir nicht sicher, ob dies besonders gescheit ist. Denn eigentlich sollte man meinen, nach zwei Jahren ohne, dass ich selbst auch nur irgendetwas über diese „Silly“ mitbekommen hatte, nie auch nur in die Nähe von ihr, oder auch nur irgendjemanden aus ihrem Umfeld, gekommen war, würde endlich Ruhe einkehren. Es war allerdings genau das Gegenteil der Fall. Die Stimmung mir gegenüber wurde in Bezug auf „Silly“ regelrecht aggressiv. Dies war zwar in den Jahren bis Winter 2005 schon einige Male der Fall, aber nun wurde es seit Weihnachten manchmal regelrecht bedenklich. So bedenklich, dass ich es nicht einfach nur versuchen wollte, mich an einem Wochenende mit meiner Ski Ausrüstung in mein Auto zu setzen, nach Flachau oder Flachauwinkl zu fahren, dorthin, wohin auch früher stets zum Ski Fahren fuhr, um an einem Nachmittag, wie früher, ein paar Stunden lang die Skipisten rauf und zu fahren.
Doch da erzählten mir in dieser Woche Bekannte aus dem Umfeld meiner ehemaligen Lebensgefährtin, sie wären ab Freitag für einige Tage im Winterurlaub in Flachau. Da könnten wir uns doch einmal treffen, um am Abend gemeinsam auszugehen. Alle wussten davon Bescheid, welche Probleme ich dort wegen dieser „Silly“ hatte, doch sie meinten, mittlerweile müsste doch endlich wieder Ruhe eingekehrt sein, denn mittlerweile wäre genügend Zeit vergangen, damit sich alle wieder beruhigt hätten. Dieser Meinung war ich zwar auch. Trotzdem blieb ich skeptisch, ob dies tatsächlich der Fall wäre. Wenigstens hatte ich damals noch Leute, mit welchen ich etwas unternehmen konnte, auch wenn beinahe alle davon aus dem Umfeld meiner ehemaligen Lebensgefährtin kamen. So vereinbarten wir, uns an diesem Abend in der Flachau in einem Lokal zu treffen. Einem Lokal, in welchem ich zudem auch vorher nie gewesen war und es eigentlich nicht zu vermuten wäre, dort jemanden aus dem Umfeld von „Silly“, oder dem „verrückten Wirt“ und dessen direkter Freunde zu treffen. Davon gingen wir zumindest aus.
Als ich mich dann allerdings am Abend mit meinem Firmenwagen auf den Weg nach Flachau begeben hatte, kam ich, gleich nach Salzburg Süd, auf der Tauernautobahn in eine Verkehrskontrolle. Dort wurde die gesamte Autobahn gesperrt, alle Fahrzeuge auf einen Parkplatz geleitet und dort kontrolliert. So auch ich. Wobei ich mir zunächst nichts dachte. Denn dort wurde ich nur kurz angehalten, meine Fahrzeugpapiere und mein Führerschein kontrolliert. Zudem ging ein Beamter eine Runde um mein Fahrzeug, stellte allerdings auch nichts fest, weshalb ich wieder weiterfahren konnte. Aber gerade als mir ein Beamte meine Papiere wieder durch mein Seitenfenster zurück in den Wagen reichte und mir gute Fahrt wünschte, meinte ein anderer Beamte, welcher die gesamte Kontrolle nur beobachtet hatte und dabei neben meinem Fahrzeug stand,
„das ist der!“
Worauf ich schon einmal etwas nachdenklich wurde. Mich aber sonst nicht besonders beunruhigte, denn dass ich längst weit und breit auch unter den Beamten wegen dieses „Theaters“ bekannt war, das war mir schon vor einigen Jahren aufgefallen.
Doch kaum kam ich an der Tauernautobahn Flachau immer näher, hatte ich an einem Parkplatz bei der Ausfahrt Radstadt, Altenmarkt die nächste Kontrolle. In gleicher Weise, wie kurz zuvor kurz nach Salzburg. Nun wurde ich allerdings nicht mehr kontrolliert. Sondern lediglich angehalten. Als ich zum Stehen gekommen war und mein Seitenfenster herunter ließ, da ich das gleiche Prozedere wie zuvor erwartete, hörte ich allerdings nur einen der Beamte, der da schon wieder meinte,
„das ist der!“
Worauf ich nun nicht mehr kontrolliert wurde, sondern durchgewunken wurde. Was mich nun noch mehr verwunderte.
Als ich danach wieder auf der Autobahn weiter fuhr, bemerkte ich ein Fahrzeug hinter mir. Wobei dies so aussah, als würde mir dieses regelrecht folgen. Wobei mir dies nun schon regelrecht unheimlich wurde. Weshalb ich mir dachte, ich fahre nicht gleich an der Ausfahrt Flachau von der Autobahn ab, sondern fahre weiter bis Flachauwinkl und fahre danach auf der Landstraße nach Flachau zurück.
Doch als ich schon bei der Ausfahrt Flachau von der Autobahn abfahren wollte, schien das Fahrzeug hinter mir auch abfahren wollen. Als ich mich dann allerdings dafür entschied, doch bis Flachauwinkl weiterzufahren, blieb das Fahrzeug hinter mir auch auf der Autobahn. Daher wurde mir nun richtig unwohl, denn offensichtlich fuhr dieses Fahrzeug tatsächlich hinter mir her. Warum auch immer.
In Flachauwinkl musste ich dann allerdings von der Autobahn abfahren, da dies die letzte Ausfahrt vor dem Tauerntunnel ist. Denn ich hatte keine Lust, deshalb vielleicht auch noch Mautgebühr für den Tauerntunnel zu bezahlen. Als ich nun in Flachauwinkl von der Autobahn abgefahren bin, folgte mir dieses Fahrzeug schon wieder. Weshalb ich erst einmal meinen Wagen etwas beschleunigte und so tat, als würde ich den oberen Parkplatz an der Talstation ansteuern.
Bog danach allerdings ab und fuhr hinab Richtung zweiten Talstation, von welcher die Goldelbahn Richtung Zauchensee fahren. Doch da sah ich dieses Fahrzeug schon wieder hinter mir herkommen. Weshalb ich nicht nach Flachau abbog, sondern zum Parkplatz der Talstation. Dort versteckte ich mein Fahrzeug an diesem kleineren Parkplatz jenseits der Enns, gleich neben der Talstation.
Nun wollte ich erst einmal abwarten was geschieht. Machte mich allerdings auf alles gefasst, denn dies war schon mehr als bedenklich, richtig unheimlich. Wollte ich doch nur einen Abend mit Bekannten, welche nun in Flachau im Urlaub sind, einen gemeinsamen Abend in einem Lokal verbringen.
Da sah ich dieses Fahrzeug schon wieder. Es fuhr im Schritttempo den Parkplatz auf der anderen Seite der Enns zweimal auf und ab. Es schien mich regelrecht zu suchen. Weshalb ich mir nun dachte, ich bleibe in meinem Auto sitzen, warte ab, ob ich entdeckt werde. Wenn ich entdeckt werde, dann könnte es spannend werden. Denn durch die ohnedies längst regelrecht aggressive Stimmung gegen mich, war mir nicht klar, wer dies sein könnte, der mir hier folgte. Obwohl dies interessanter Weise gleich kurz nach meiner zweiten Verkehrskontrolle auf der Autobahn der Fall war. Weshalb ich es auch durchaus für möglich hielt, dass es sich dabei um ein Fahrzeug der Polizei handeln könnte. Daher blieb ich in meinem Fahrzeug sitzen und dachte mir, sollte mich dieses Fahrzeug entdecken, dann stelle ich dem Fahrer die Frage, weshalb mir nachgefahren wurde. Wobei es allerdings durchaus auch der Fall sein könnte, dass es sich dabei um ganz andere Personen handelt, denen ich eben längst ein Dorn im Auge bin. Meinen „Freunden“, welche mich eben meiner „endgültigen Bestimmung“ zuführen möchten, wie es da einst bei der VA Tech hieß. Mir zumindest Angst einjagen möchten, um mich zu etwas zu bewegen. Oder mich einfach nur aus der Gegend weghaben möchten.
Jedenfalls war mir das ganze einfach nur mehr unheimlich. Weshalb ich fast eine halbe Stunde in meinem Auto abwartete, ob mich dieses Fahrzeug nicht doch noch entdeck. Danach rief ich einen meiner Bekannten an, mit welchem ich mich an diesem Abend in einem Lokal in Flachau treffen wollte, um ihm zu erzählen, was ich gerade erlebt hatte und ich deshalb nicht mehr kommen möchte, da mir dies einfach nur mehr suspekt wäre. Worauf mein Bekannter selbst meinte, auch ihnen wäre diese regelrecht aggressive Stimmung mir gegenüber nun aufgefallen und auch sie hielten es für besser, sich an diesem Abend nicht mehr zu treffen. Weshalb wir unser Vorhaben abgerochen hatten. Allerdings mit einem Gefühl, als läge hier etwas Größeres in der Luft und ich hätte es mit etwas zu tun, was man sich einfach nicht mehr erklären konnte. Danach fuhr ich wieder nach Hause. Dabei aber gleich in Flachauwinkl auf die Autobahn, denn ich hatte Bedenken, dieses Fahrzeug könnte nun auf der Landstraße am Weg von Flachauwinkl nach Flachau auf mich warten. Und dies in einer Gegend, wo sich kilometerlang weit und breit kein einziges Haus befindet.
Am nächsten Abend, dem Sonntag, ging ich noch in die Innenstadt Salzburgs, um einfach nur einmal zu lauschen, was denn nun los wäre. Allerdings ging ich an diesem Abend nicht, wie üblich, in diese Bar in der Steingasse, sondern in das Lokal beim ehemaligen Stadtkino. Einen üblichen Weg, wie ich ihn sonst an solch einem Abend ging, wollte ich nun nicht mehr gehen. Dort stellte ich mich an die Bar, bestellte mir ein Bier und kaum hatte ich dies erhalten, hörte ich, wie ein junger Mann neben mir zu seinen Begleitern ganz erfreut meinte,
„gestern wäre er drinnen gewesen! – Aber dies scheint ihm nun vergangen zu sein. – Der wird sich da drinnen nicht mehr blicken lassen.“
Danach weiter,
„Und die! – Jetzt hat sie ihr Kind bekommen. -Die ist vollkommen fertig!“
Ich konnte nur mehr den Kopf schütteln! Was auch immer in den Köpfen dieser Personen vorging und wahrscheinlich auch noch vorgeht, es kann nicht normal sein!
(2021-02-24)