Eicherloh, Mittwoch, der 22. Juni 2005:
Gestern abends beim Bezahlen bei der Bedienung hatte ich noch erwähnt, dass ich heute mein Zimmer zurückgeben werde, mich dann verabschiede und zurück nach Hause fahren werde. Dies dürfte sich rasch herumgesprochen haben. Denn als ich heute Morgen zum Frühstück erschien, war nichts mehr mit plaudern neben dem Frühstück, sondern die Gesichter waren deutlich länger geworden und die Gespräche zwischendurch mit der Chefin des Hauses drehten sich ausschließlich darum, was ich denn nun tun werde.
Aber vor allem auch, dass ich, bei nächster Gelegenheit doch hier wieder vorbeischauen soll. Was mich dann doch etwas verwunderte, denn eigentlich war es klar, dass dies so ausgehen musste. Wobei es mich wunderte, wie es denn sein kann, jemanden „für sich haben“ zu wollen und dann ein derartiges Verhalten dem betreffenden gegenüber an den Tag legen kann. Denn so gut war das Verhältnis über die ganze Zeit, in der ich nun hier war, auch wieder nicht. Viel zu oft musste ich dabei Gespräche mitverfolgen, welche nicht wirklich dafür geeignet waren, ein gutes Verhältnis auszubauen. Meinerseits war dies vielmehr nur ein Zweckverhältnis, um mich in der Zeit, die ich hier verbringen musste, wenigstens mit anderen Menschen unterhalten zu können. Eine Möglichkeit zu haben, hier auch andere Menschen kennenlernen zu können.
Eines fand ich jedoch nun schon interessant. Denn im Jahr 1998 hatte ich begonnen darauf zu achten, was sich in meiner direkten Umgebung abspielt, gerade in Bezug auf ein doch etwas seltsames vernetztes Verhalten in einer Art Subgesellschaft, bei der ich wusste, worin die Ursache für ein mir gegenüber doch äußerst niederträchtiges Verhalten liegt. Dies war diese Gruppe um diese Weinschänke am Dorfplatz meines alten Heimatdorfes. Dort wusste ich allerdings schon zu Beginn, als ich mich damit beschäftigte, worin dafür Ursache liegt – es war ein erweitertes Stalking dieser Gruppe, ausgehend von Karin U. in diesem Dorf. Nun war ich beim gleichen Verhalten einer anderen Gruppe angekommen, wobei hier offensichtlich dies auch die gleiche Ursache hatte – man wollte mich „für sich gewinnen“. Wobei einem eigentlich klar sein müsste, damit genau das Gegenteil zu erreichen. Dies dürfte also offensichtlich ein größeres Problem sein. – Von diesen Verrückten in diesem Unternehmen, in welchem ich nun gearbeitet hatte, will ich erst gar nicht sprechen. Denn dafür fehlen einem nur mehr die Worte!
Aber verscherzen wollte ich es mit diesen Leuten hier auch nicht. Denn erstens stand ich nun ohne Arbeit da und ich wollte unbedingt wieder hier in München arbeiten. Zweitens kam ich zur Einsicht, es wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als mich einer dieser Grüppchen, mit welchen ich es im Leben zu tun hatte, einzulassen, damit ich wenigstens einmal im Leben endlich zur Ruhe kommen kann. Und hier schien mir dieses Grüppchen wohl derzeit das geringste Übel zu sein. Zudem sah ich hier auch eine Möglichkeit, rasch wieder zu einer neuen Stelle zu kommen, ohne den Weg über Stellenausschreibungen gehen zu müssen. Hatte ich doch auch einige Gäste des Hauses hier kennengelernt, welcher auch in meiner Branche tätig sind, und hier für einige Tate übernächtigten – nicht nur Arbeiter. Daher schien es mir durchaus sinnvoll, den Kontakt zu diesen Leuten hier weiter aufrecht zu halten.
Als ich mich dann auf den Weg nach Hause begab, fuhr ich noch in der Allianz Arena vorbei, um mir dort, wie ich es am Abend zuvor mit Josef R. vereinbart hatte, das Stadion näher anzusehen. Solche Führungen hatte er zuvor schon einige durchgeführt. Nun hatte ich also meine ganz persönliche Einzelführung. Dies war durchaus höchst interessant. Wobei er mir auch die Loge der VA Tech zeigte, in der es in der Nacht des Eröffnungsspiels zu Pfingsten offensichtlich so weit gekommen war, dass sogar Ordnungskräfte des Veranstalters für Ruhe sorgen mussten, da etwas übertrieben und äußerst feuchtfröhlich gefeiert wurde. – Was hätte ich auch anderes von Leuten dieses Unternehmens erwartet, nachdem was ich dort in den vergangenen sechs Monaten erlebt hatte!
(2020-10-15)