Ismaning, Montag, der 20. Juni 2005:
Mit etwas mulmigen Gefühl fuhr ich schon nach München an diesem Morgen. Wer weiß, was mich dort heute erwarten würde. – Aber dann ging es auch ganz schnell!
Wie üblich kam ich gegen acht Uhr morgens im Büro an. Da schien noch alles ganz normal zu sein. Doch als ich mir am Vormittag den zweiten Kaffee in der Teeküche holte, war plötzlich unsere Sekretärin nicht mehr an ihrem Platz. Ihr Platz war zudem auch noch ordentlich aufgeräumt, wie ich ihn zuvor noch nie gesehen hatte.
Zudem hatte ich gar nicht mitbekommen, wie Karl Pi. und Gerhard G., sowie die anderen Kollegen im Büro eingetroffen waren. Es war eine regelrecht gespenstische Atmosphäre im Büro. Als würde heute – weiß Gott was alles geschehen.
Auch mein neuer Kollege aus Linz, welcher seit letzter Woche mir gegenüber in diesem Großraumbüro saß, war heute bereits sehr früh im Büro erschienen. Diesen fragte ich danach, ob er denn wüsste, was mit unserer Sekretärin los sei, da sie nicht an ihrem Platz wäre und dieser zudem so ordentlich zusammengeräumt aussähe. Worauf mir dieser kühl mitteilte,
„die haben sie gerade hinausgeschmissen!“
Worauf ich doch etwas überrascht war.
Aber mein neuer Kollege erklärte mir, mit ihr hätte es ohnedies schon längere Zeit Probleme gegeben, daher wäre dies nur die notwendige Konsequenz gewesen. Weshalb ich mir immer noch nicht viel dachte. Doch dann meinte Gerhard G., der gerade am Weg zu „Harry“ war, welcher nur wenige Augenblicke zuvor auch schon sehr früh im Büro eingetroffen war, als er an unseren Tischen durch den Großraum Bereich ging,
„die war das! – Die hat den dort hingebracht!“
Weshalb mir nun schon klar wurde, was nun weiter an diesem doch sehr seltsamen Tag geschehen werden würde. – Als nächster würde ich nun dran sein. Schließlich war es doch tatsächlich unsere Sekretärin, welche uns Mitte Jänner alle zusammen die Unterkünfte in diesem Hotel vermittelte, da sie die Besitzer von diesem Hotel kannte!
Wenig später wollte Karl Pi. gerade zu „Harry“ in dessen Büro gehen. Doch dieser kam ihm bereits entgegen. Daher unterhielten sich beide in diesem Großraum Bereich, durch welchen auch der Gang im Büro führte, in welchem nun ich und mein neuer Kollege aus Linz, der nur für eine einzige Kalkulation nach München entsendet wurde, saßen, gleich neben uns. Dabei meinte „Harry“ flüsternd zu Karl Pi.,
„Du! Da müssen wir jetzt etwas tun. Wenn die den für sich selbst haben wollen und nur deshalb mit uns mitgetan haben, dann sind wir hier ordentlich die Depperten!“
Nun war mir klar, was als nächstes an diesem Tag geschehen wird. Aber beide, Karl Pi. und „Harry“, verschwanden zunächst im Büro von „Harry“.
Wenige Minuten später wurde offensichtlich auch „Adi“ zu „Harry“ ins Büro gerufen, denn auch er verschwand in dessen Büro. Als „Adi“ und Karl Pi. wieder zurück kamen, fragte „Adi“,
„und was tun wir mit dem?“
Wobei er dabei mit seinem Kopf in meine Richtung deutete.
Karl Pi. darauf – und jetzt muss ich einen Klarnamen nennen und dies exakt wiedergeben,
„den geben wir dem Rechberger!“
Allerdings wusste ich damit nun überhaupt nichts anzufangen, merkte mir diesen Namen jedoch ganz genau, wobei ich mir diesen zu Hause dann auch noch notierte. Denn dieser Name ist zwar in Oberösterreich nicht gerade selten. Jedoch bringt man diesen Namen sehr schnell mit einem sehr großen Skandal in Österreich in Verbindung – diesem „Lucona Skandal“ und einem Unternehmen der Vöest Alpine, der Intertrading. Daher merkte ich mir diesen Namen und schrieb ihn mir sogar auf. Auch wenn ich überhaupt nicht wusste, was ich nun mit diesem Namen – mit dieser Aussage von Karl Pi. – anfangen sollte.
Jahrelang habe ich überlegt, wer mit diesem Namen tatsächlich gemeint gewesen sein könnte. Dann stieß ich irgendwann einmal zufällig auf den gleichen Namen im Zusammenhang mit dem Präsidenten des LVT in Salzburg. Ich will natürlich niemanden in etwas hineinziehen, gar jemandem etwas unterstellen. Aber eines darf man bei all dem niemals vergessen – ich hatte es damit beinahe bei allen mit Aktiven in diversen politischen Parteien zu tun. Daher, die Möglichkeit eines Zusammenhanges ist gegeben – mehr behaupte ich nicht. Zumal ich Jahre später zu hören bekommen werde, dass ich Ende August 2003 aus dem Lokal des „verrückten Wirtes“ in Mondsee hinausgeworfen wurde, da ich, wieder einmal, einen Versuch unternommen hatte, diese Angelegenheit mit „Silly“ endlich zu klären, von deren Seite angezeigt worden sein soll und diese Anzeige eben bis zum LVT vorgedrungen sein soll.
Als beide dann in den anderen Bürobereich verschwanden, hörte ich noch durch die sich schließende Tür, wie „Adi“ Karl Pi. weiter fragte,
„und was sagen wir, wenn jemand frägt wegen dem?“
Worauf Karl Pi. meinte,
„da sagen wir, wir haben überhaupt nichts zu tun mit dem! – Wir wollten dem nur eine zweite Chance geben!“
Jetzt hätte ich beinahe schon explodieren können. Denn wenn ich solche Personen erleben muss, welche vielleicht meinen gestandene Männer zu sein und dann kommt von ihnen, dann sagen wir dies, oder dass etc. dann platzt mir der Kragen. Aber, anfangs noch der Meinung, nun wenigstens für heute davon gekommen zu sein, beruhigte mich schnell wieder.
Als ich um zwölf Uhr noch in die Mittagspause gehen konnte, ohne dass etwas geschehen war, dachte ich mir noch, vielleicht hätte ich es fürs Erste überstanden. Noch am Weg zum Supermarkt kam ich zur Ansicht, es wäre vielleicht gar nicht so schlecht, wenn die Sekretärin nun weg wäre, denn wer weiß, was die alles im Büro erzählt hatte, wenn sie die Hotelbesitzer, bei denen ich mein Zimmer gemietet hatte, sehr gut kennen würde.
Doch kurz nach halb ein Uhr rief mich plötzlich Karl Pi. zu sich in sein Büro. Dort saß bereits „Adi“. Da meinte er zu mir, sie seien heute zur Erkenntnis gekommen, dass ich nicht zu ihnen passen würde, ich mich ohnedies kaum mit den Kollegen abgeben möchte, daher werde ich nun gekündigt und sofort vom Dienst freigestellt. Nun war ich zwar schon darauf vorbereitet, allerdings kam dies nun doch etwas überraschend. Aber als Karl Pi. weiter meinte, ich hätte ohnedies bereits meinen Platz so aufgeräumt, als würde ich ohnedies nicht mehr lange hier in diesem Unternehmen sein, wollte ich auch gar nicht mehr mit beiden Sprechen. Denn ich hatte noch nicht einmal meinen neuen Arbeitsplatz in diesem Großraum Bereich bezogen. Und nun meinte Karl Pi., dies wäre ein Zeichen für ihn, dass ich ohnedies nicht mehr in diesem Unternehmen weiter arbeiten möchte. War es doch Karl Pi., der mir erst zwei Wochen zuvor diesen neuen Arbeitsplatz zugewiesen hatte.
Als Karl Pi. dann noch meinte, mit dem, was ich ihm bei unserem Gespräch, es war das Gespräch am 30. März, erzählt hatte, was ich dazu gehört hätte, damit sollte ich zum Psychiater gehen, war es für mich mit Karl Pi. vorbei. Denn ich konnte mich noch allzu gut daran erinnern, wie damals auf dieses Gespräch reagiert hatte, wie er seine Kollegen und Mitarbeiter anwies, mit diesem Intrigenspiel gegen mich aufzuhören, ja wie er und „Adi“ regelrecht Befürchtungen hatten, davon könnte etwas aufkommen und dabei ihnen etwas zur Last gelegt werden, und nun dazu solch einen Aussage, ich sollte deshalb zum Psychiater gehen! Das war zu viel! Ich habe beiden gegenüber kein weiteres Wort mehr verloren, sondern verließ das Büro von Karl Pi. Noch im Augenwinkel sah ich allerdings dieses unvergleichliche Grinsen im Gesicht von „Adi“, welches mich schon seit Anfang an, seitdem ich bei VA Tech zu arbeiten begonnen hatte, regelrecht rasend machte.
Als ich dann noch einmal kurz zu einem Arbeitsplatz ging, nahm ich den Saft, welche ich mir in der Mittagpause gekauft hatte, und bot ihn meinem neuen Kollegen aus Linz an. Worauf mich dieser verwundert fragte, was denn geschehen sei. Ich allerdings nur mehr kurz sagte,
„Hinausgeworfen!“
Worauf mein Kollege dies zunächst gar nicht glauben konnte. Aber dann wiederholte ich ihm dies noch einmal und sagte,
„hinausgeschmissen bin ich gerade geworden!“
Dann verließ ich meinen Arbeitsplatz, das Büro und fuhr zurück in meine Unterkunft.
Für mich war ab diesem Zeitpunkt jeder Mitarbeiter dieses Unternehmens erledigt. Ich konnte nur mehr feststellen, hier hatte ich es einfach mit einem riesigen Haufen Verrückter zu tun!
Ich war regelrecht erleichtert, als ich dann in meinem Zimmer angekommen war. Als wäre mir eine riesige Last von den Schultern gefallen! Die Erleichterung war so groß, sodass ich regelrecht mit diesem Tag, mit diesem Ausgang meiner Beschäftigung bei VA Tech zufrieden war. Denn dies bestätigte all meine bisherigen Erkenntnisse in diesem Unternehmen – hier hatte ich es einfach nur mit Verrückten zu tun!
Dabei darf man nicht vergessen, weshalb ich nun so plötzlich gekündigt wurde. Dies hatte ihre Ursache in dieser Abschiedsfeier letzten Donnerstag. Bei dem sich herausgestellt hatte, es könnte vielleicht doch so sein, dass nicht ausschließlich sie tun und lassen könnten, was sie wollen. Dass es vielleicht auch noch andere gäben könnte, welche Interesse an mir hätten. – Und nun, da sie nicht mehr weiter wussten, vielleicht selbst als die Blöden aus ihrem Intrigenspiel herausstellen könnten, hatten sie mich einfach gekündigt.
Ihrer offiziellen Begründung nach, welche mir vorgetragen wurde, hätten sie mich die ganze Zeit über schon kündigen können. Doch es ging ihnen nicht darum, mich einfach aus dem Unternehmen hinauszubringen. Sondern es ging ihnen darum, mich für „ihre Sache“ zu benützen – und zwar ausschließlich! Nur sie sollten über mich und mein weiteres Leben bestimmen und verfügen dürfen! Dies sollte wohl meine „endgültige Bestimmung“ sein, von der die Sekretärin Anfang Jänner in einem Telefonat, völlig ungeniert, gleich neben mir sitzend, gemeint hatte! – Regelrecht ein Sklave „ihrer Sache“! – Es hatte schon seinen Grund, weshalb ich schon zu Beginn meiner Tätigkeit bei VA Tech zur Ansicht kam, mit der Unterschrift unter meinem Dienstvertrag hätte ich auch eine Art Leibeigenschaft unterzeichnet, bei welcher sich manche damit ermächtigt fühlen, mit mir tun und lassen zu können, was sie wollen. Sich bis in das innerste meines Privatlebens einmischten, als wäre es das Selbstverständlichste!
Denn es waren nicht die Leute aus Unterach, aus Mondsee, auch nicht aus Salzburg, auch nicht der „verrückte Wirt“ oder „Silly“, welchen es gelungen war, eine Gemeinschaft aufzubauen, mit der sie mir mein Leben zerstören konnten, es war eben dieses Unternehmen, welches ihnen nun seit August 2003 die Möglichkeit gab, daran teilzuhaben!
Es blieb nun aber trotzdem noch die Frage, war ich nun schon an der Spitze dieses Ungetüms angekommen?
Einen einzigen Nachteil hatte diese Kündigung: Nun hatte ich keine Möglichkeit mehr, einen Fall in diesem Unternehmen zu finden, mit welchem ich an die Behörden herantreten werde können. Dies war nun das einzige Problem für mich, was sich daraus ergab. Sonst war ich nur mehr froh darüber, mit niemanden mehr aus diesem Unternehmen etwas zu tun haben zu müssen. Aber da dieses Unternehmen sehr groß war, ich zu dieser Zeit keinesfalls davon ausgehen musste, jemals wegen dieses Ungetüms auf der Stecke zu bleiben, hatte ich auch keine Bedenken in meinem weiteren Berufsleben noch einmal einen Fall zu finden, in welchen auch gerade die Verantwortlichen dieses Unternehmens involviert sein werden!
(2020-10-13)