Ismaning, Dienstag, der 8. Februar 2005:
Noch eines dieser Ausschreibungen mit beschränktem Bieterkreis, mit einer zu erwartenden Angebotssumme unter 100.000 Euro, hatte Karl P. für mich. Dabei ging es allerdings um eine Mittelspannungsverkabelung in einem Automobilwerk in Dingolfing. Eine Leistung, welche eigentlich nicht zu jenen Aufträgen gehörte, welche sich Karl P. in seinem Geschäftsbereich erwartete. Denn die im Leistungsverzeichnis beschriebenen Leistungen umfassten beinahe nur die Verkabelung von Mittelspannungskabeln. Allerdings mit einer ausgeschriebenen Länge von gut 2.500 Metern.
Hier plante offensichtlich der Auftraggeber, eine Neuorganisation seiner Mittelspannungsversorgungen für die im Firmengelände verteilten Werkshallen. Denn in der Leistungsbeschreibung waren auch keine Mittelspannungsschaltanlagen ausgeschrieben. Lediglich die Verkabelung selbst, sowie Kabelmuffen und Endverschlüsse für die Kabel. Also, eigentlich eine Leistung, für welche es Spezialunternehmen in der Branche gibt, die dafür bestens ausgerüstet sind. Aber grundsätzlich entsprach dies auch den Leistungen, welche VA Tech auch sonst anbot. Daher sollte auch für diese Ausschreibung ein Angebot durch mich kalkuliert und erstellt werden.
Diese Ausschreibung hatte ich allerdings nicht von Karl P. selbst erhalten, sondern „Adi“ übergab sie mir beinahe beiläufig. Hatte sich doch Karl P., seit dem Amtsantritt des neuen Zweigniederlassungsleiters im Büro ziemlich rar gemacht. Aber, da ich ohnedies dafür vorgesehen war, solche Angebote zu kalkulieren und ich dafür auch Zeit hatte, habe ich auch diese Aufgabe gerne übernommen.
Doch diese Ausschreibung war dadurch, da diese eine äußerst wesentliche Position enthielt, etwas Besonderes. So begann auch hier wieder die Arbeit damit, die Ausgeschriebenen Leistungen bei Lieferanten und auch beim Zentraleinkauf in Linz anzufragen.
An und für sich wäre diese Ausschreibung nicht weiter erwähnenswert, jedoch der Ausgang hatte es in sich.
(2020-09-03)