Ismaning, Montag, der 10. Jänner 2005:
Frohen Mutes fuhr ich an diesem Tag nach München in die Arbeit. Dort war ich immer noch der erste, ausgenommen der Sekretärin, welcher in der Arbeit erschienen ist. Auch wenn Karl und Adi an Montagen erst gegen zehn, elf Uhr im Büro ankamen, blieb ich dabei, so in die Arbeit zu fahren, damit ich auch an Montagen bereits ab 8:00 Uhr in der Arbeit war.
Dort saß schon wieder unsere Sekretärin und frühstückte. Ich musste mittlerweile schon lachen, als ich sie sah. Denn ich hatte den Eindruck, sie ging in die Arbeit, um dort erst einmal kräftig zu frühstücken. Aber diese Gelegenheit nützte ich gleich, um mich mit ihr über meine Erfolge bei der Suche nach einer Wohnung zu erzählen. Denn ich hatte doch Bedenken, aus ihren Kreisen eine Wohnung zu finden, die meinen Vorstellungen entsprach. Schließlich war ich noch am Samstag nachmittags in München, um mir dort zwei Wohnungen anzusehen. Wobei ich schon morgen bei einer der beiden Wohnungen zusagen sollte.
Allerdings schien das unserer Sekretärin nicht besonders zu gefallen, als ich den Eindruck vermittelte, künftig ganz nach München ziehen zu wollen und dann vielleicht auch noch in diesem Büro als meinen Dienstsitz weiterzuarbeiten. Sie ging offensichtlich davon aus, meine Anwesenheit in diesem Büro wäre nur von beschränkter Zeit. Danach würde ich wieder nach Österreich zurückgehen.
Zudem unterhielten wir uns über die weitere Entwicklung in dieser Zweigniederlassung. Denn diese sollte nun, zumindest schon mal mit Büromöbel, voll bestückt werden. Auch dass ein Leiter dieser Zweigniederlassung gesucht wird, erzählte sie mir, was ihr allerdings gar nicht gefiel.
Es mag daher auch sein, dass sie dachte, ich hätte dafür tatsächlich Ambitionen, dies zu übernehmen. Schließlich hatte sich dieses „Gerücht“, ich sollte dies übernehmen, eben mittlerweile auch in der Arbeit ausgebreitet. Dann wäre eben nicht mehr „Adi“ ihr Chef, wie sie ihn bezeichnete, sondern eben der neue Zweigniederlassungsleiter und dies könnte dann, so dachte sie offensichtlich, ich werden, was ihr natürlich gar nicht gefallen hätte. Worauf sie mir gegenüber vorwurfsvoll meinte,
„das ist dem Adi sein Baby! (sic.)“
Denn dieser hatte sich bisher um die Organisation dieser Zweigniederlassung gekümmert. Wobei es dies noch gar nicht lange gab. Erst gegen Jahresmitte des abgelaufenen Jahres wurden diese Räumlichkeiten gemietet und erst seit September saßen Adi und Karl hier im Büro, wie ich erfahren hatte. Nun sollte „ihr“ Chef, wie sie Adi stets bezeichnete, wieder ins Hintertreffen geraten und sie möglicherweise auch noch jemandem anderen zugeordnet werden, was ihr natürlich gar nicht gefiel. Schließlich wäre es dann, wenn diese Zweigniederlassung voll besetzt sein würde, vorbei mit dem Montag morgendlichen, kräftigen Frühstück am Arbeitsplatz.
(2020-08-23)