Salzburg, Donnerstag, der 8. Juli 2004:
Mittlerweile hatte ich bereits den dritten Urlaubstag für die Unterstützung dieses kleinen Ingenieurbüros in Mondsee konsumiert, jedoch von einer sehnsüchtig erwarteten Unterstützung meinerseits war nichts zu erkennen. Bisher hatte sich von diesem Ingenieurbüro, so, wie dies der Segmentleiter bei unserem „konspirativen“ Treffen in der Autobahnraststätte Mondsee meinte, bei mir niemand gemeldet.
Grundsätzlich störte mich dies nicht besonders. Denn ich war schon froh, nicht im Büro sitzen zu müssen. Zudem galt dies ja eigentlich als Arbeitszeit, sollten mir doch danach die dafür konsumierten Urlaubstage wieder als reguläre Arbeitstage angerechnet werden.
Zudem wunderte es mich auch nicht besonders, dass sich bei mir noch niemand gemeldet hatte. Denn ich hatte mir die Unterlagen, welche mir der Segmentleiter mit dieser CD-ROM übergeben hatte, doch schon gründlich angesehen und dabei festgestellt, bei diesem Projekt ist eigentlich bereits alles geplant. Wenn nun dieses Ingenieurbüro auch bereits die erforderlichen Unterlagen für die Erstellung des Leistungsverzeichnisses erhalten hat, dann ist eigentlich ohnedies schon alles erledigt.
Allerdings dachte ich mir, ich könnte auch von diesem Segmentleiter getestet werden, ob ich mich in solch einem Fall lediglich faul auf der Haut lege, oder von selbst aktiv werde. Dazu muss ich allerdings festhalten, meine Aufgabe war es, dieses Ingenieurbüro bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen zu unterstützen und diese Aufgabe hätte ich auch gerne wahrgenommen, mehr allerdings nicht. Denn so, wie ich in diesem Unternehmen bisher behandelt worden war, hatte ich dafür überhaupt keine Lust!
Daher rief ich an diesem Nachmittag dieses Ingenieurbüro einfach selbst an, ohne darauf zu warten, bis ich kontaktiert werde. Dabei hatte ich auch den Leiter dieses Büros am Telefon. Mit ihm besprach ich kurz, weshalb ich ihn nun angerufen hatte, und tatsächlich, er wusste über alles Bescheid. Er meinte allerding, sie wären nun gerade bei der Fertigstellung der Ausschreibungsunterlagen und sollte noch etwas sein, dann würde er sich bei mir melden. Was mir auch ganz gut gefiel. Denn so hatte ich nun die Möglichkeit, Urlaubstage dafür zu konsumieren, welche ich danach wieder als reguläre Arbeitszeit angerechnet bekommen würde, könnte diese Zeit aber auch für mich selbst nützen. Schließlich sollte ich ihm, dem Leiter dieses Ingenieurbüros, jederzeit zur Hilfe stehen.
Etwas Entspannung, soweit man in dieser Zeit überhaupt noch davon sprechen konnte, tat mir ohnedies auch nicht schlecht. Auch wenn ich nun diese Urlaubstage meist gänzlich, zumindest tagsüber, in meiner Wohnung in Salzburg verbrachte.
Tags darauf, als ich wieder ins Büro ging, fragte mich „Zucki“ doch glatt, wie ich mit der Arbeit vorankommen und mit diesem Ingenieurbüro auskommen würde.
(2020-02-18)