Mondsee, Freitag, der 25. Juni 2004:
Nun sollte es also losgehen mit diesem Projekt, bei welchem ich bereits in der Planung miteingebunden sein sollte. Denn gleich am Morgen stürmte „Zucki“ ins Büro und meinte, der Segmentleiter möchte sich mit uns auf der Autobahnraststätte Mondsee treffen, damit er mir die Unterlagen für diese Projekt übergeben könnte und mir dazu auch noch ein paar wichtige Details erzählen könnte.
Na schön, dachte ich mir, aber wieso müsste dies unbedingt auf der Autobahnraststation Mondsee geschehen? Worauf „Zucki“ meinte, er wäre gerade auf dem Weg nach Innsbruck und da möchte er im Vorbeifahren dies erledigen. Aber dies könnte doch auch auf der Raststation hier in Salzburg geschehen, meinte ich. Aber „Zucki“, obwohl er zunächst selbst etwas verwundert darüber reagierte, meinte, es wäre nun eben ausgemacht, wir würden uns um neun Uhr auf der Autobahnraststation Mondsee treffen. Dies klang schon wieder regelrecht konspirativ, was ich nun erleben sollte, hätte „Zucki“ dies nicht in der für ihn üblichen Lautstärke im Büro von sich gegeben sodass dies auch noch in den umliegenden Büros zu hören gewesen sein musste. Aber vielleicht war dies ja auch so gewollt.
Nun fuhren wir kurz nach acht Uhr nach Mondsee. Eigentlich liegt diese Autobahnstation in Loibichl, im Gemeindegebiert von Innerschwand, einer Gemeinde, welche aber zum Mondseeland gehört. Dort angekommen, es regnete leicht, setzten wir uns in das Lokal der Raststätte und warteten. Denn Dipl. Ing. Herbert St., der Segmentleiter, hatte sich dann doch um gut eine halbe Stunde verspätet.
Als er dann endlich angekommen war, dauerte das Gespräch nicht sehr lange, denn er müsste gleich wieder weiter. Unterlagen hatte ich keine gesehen, daher waren meine Augen doch ziemlich groß. Aber er meinte, er hätte diese noch im Wagen liegen, weshalb ich schon befürchtete, nun bekäme ich den ganzen Kofferraum mit Plänen angefüllt. Wobei, zunächst natürlich den Kofferraum von „Zuckis“ Ford Mondeo, seinem Firmenwagen.
Der Segmentleiter war kurz angebunden und meinte nur, der Planer, ein kleines Ingenieurbüro hier in Mondsee, wüsste über alles Bescheid. Dieser würde sich dann auch gleich nächste Woche bei mir melden, damit ich ihm bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen im Bereich des Schwachstroms, dem Bereich des Segmentleiters, unterstützen könnte. Ich bräuchte mich erst gar nicht bei ihm melden, denn dieser würde ohnedies schon sehnsüchtig darauf warten, Unterstützung zu erhalten, daher würde mich dieser sofort anrufen. Ich müsste mir nur nun bereits in der nächsten Woche Urlaub nehmen, damit ich den Planer unterstützen könnte. Dies allerdings im Büro niemand mitbekommen sollte, denn schließlich, man wüsste ja nie, wie er meinte. Allerdings nicht durchgängig die ganze Woche, sondern nur jeweils ein, zwei, manchmal vielleicht auch drei Tage die Woche, verteilt auf die nächsten Wochen. Die Angebotsphase sollte im September beginnen, daher würde sich dies nun auch bis in den August erstrecken. Sollte noch etwas sein, dann könnte ich ihn jederzeit direkt anrufen, seine Kontakteten hätte ich ja, meinte er noch.
Nun war ich aber in der nächsten Woche für drei Tage zu einer Schulung in Wien eingeteilt. Dem zweiten Teil der Schulung im Bereich Schwachstrom, für welchen ich bereits Ende April drei Tage in Wien gewesen war, daher würde sich meine Unterstützung für diesen Planer noch etwas verzögern. Eine Schulung, welche zudem vom Segmentleiter angeregt und organisiert worden war. Daher war ich überrascht, dass er dies nicht wusste. Aber er meinte, dann sollte ich mir aber gleich die übernächste Woche Urlaub nehmen, um den Planer zu unterstützen.
Grundsätzlich hörte sich dies alles sehr gut an für mich. War doch dabei auch ein Segmentleiter des mittlerweile mit großem Abstand größten Unternehmen in der Elektrobranche beteiligt. Daher dachte ich mir auch nichts weiter dabei.
Zudem, die Tage Urlaub, welche ich mir für die Arbeit nehmen müsste, würde ich nachträglich wieder rückerstattet bekommen und als reguläre Arbeit gewertet werden, damit ich nicht um meinen Urlaub fallen würde. Daher war ich hoch zufrieden mit diesem Tag.
Als wir dann, nach nicht einmal einer halben Stunde, alle gemeinsam auf den Parkplatz gingen, ich die Unterlagen entgegennehmen sollte, staunte ich allerdings nicht schlecht, denn der Segmentleiter drückte mir lediglich eine CD-ROM in die Hand, auf der das Datum des Tages geschrieben stand.
(2020-02-17)