Hopfgarten i. Brixental, Kirchberg, Unterach, Montag, der 5. April 2004:
Wöchentlich war ich nun jeden Montag auf der Baubesprechung bei diesem Baumarkt in Vomp. Diese Begann, so viel ich mich erinnern kann, meist erst um 10:30 Uhr, denn dafür musste ich nicht extra früh in Salzburg wegfahren, aber eine Fahrzeit von eineinhalb Stunden muss man doch dafür einplanen.
Diese Baubesprechungen dauerten allerdings meist nicht sehr lange. Denn ging es dabei doch eigentlich nur um die Erweiterung des bestehenden Marktes um eine „Kalthalle“. Was bedeutet, in dieser Halle wird lediglich, von Seiten der Elektrotechnik eine Beleuchtung benötigt. Viel mehr Arbeit fällt in solch einer Halle nicht an. Der Umbau eines der Themenstände im Markt selbst war ja zudem auch nicht Teil der Baubesprechungen, sondern wurde im Anschluss mit der Marktleitung vor Ort besprochen. Daher war, auch mit dem anschließenden Gespräch mit den Monteuren vor Ort meine Aufgabe an diesem Tag auf dieser Baustelle schnell wieder beendet. Daher ging es kurz nach Mittag wieder auf den Rückweg.
Aber trotz dem, da ich nun endlich etwas zu tun hatte bei VA Tech, war ich nicht gerade überlastet mit Arbeit und, da ich ohnedies über jede Stunde, in welcher ich nicht im Büro sitzen musste, froh war, fuhr ich an diesem Tag nicht gleich wieder über die Autobahn zurück nach Salzburg, sondern ich beschloss eine andere Route zu nehmen. Ich wollte über die Bundestraße zurück nach Salzburg fahren. Damit ich auch nur ja nicht zu früh wieder zurück im Büro bin.
Daher beschloss ich, von der Inntalautobahn abzufahren und zunächst durch das Brixental zu fahren. Dort wollte ich mir in Hopfgarten zuerst einmal einen Kaffee kaufen. Dies deshalb, da ich in früheren Jahren des Öfteren im Skigebiet „Wilder Kaiser“ zum Schifahren war. Wobei Schifahren für mich früher eine richtige Leidenschaft war, bei der ich auch gerne schon mal einen ganzen Tag mit den Schiern unterwegs war, ohne sonst vielleicht übliche Hüttenbesuche, oder dergleichen. Dies waren dann meist auch nur Tagesausflüge, bei welchen ich ein Skigebiet besuchte, welches für einen Tag nicht zu weit entfernt ist, trotzdem aber etwas zu bieten hat und dieses Skigebiet „Wilder Kaiser“ ist nun mal das größte zusammenhängende Skigebiet in Österreich. Daher war für mich dort auch stets eine passende Abfahrt dabei, ohne immer wieder die gleiche Abfahrt nützen zu müssen.
Zudem war Hopfgarten auch jener Ort, in welchem wir, als ich 1984 in die 1. Klasse in der HTL in Salzburg ging, in welchem wir unsere Ski Woche verbrachten. Daher kannte ich auch dieses Skigebiet. Allerdings ist dieses Skigebiet nicht sehr hoch gelegen, daher ist meist schon bald im Frühling Ende mit einer Abfahrt bis ins Tal.
Daher passte es mir an diesem Tag ganz gut, wenn ich nach Hopfgarten komme, denn dabei könnte ich auch gleich nachsehen, ob noch genug Schnee liegt. Denn ab Mitte der Woche wollte ich ohnedies Urlaub nehmen, vielleicht ginge sich dabei auch ein Tag zum Schifahren aus und ich könnte dabei in dieses Skigebiet fahren. Viel war ich ohnedies in diesem Winter nicht zum Schifahren gekommen, obwohl es doch ein richtig schöner Winter war.
Als ich dann durch den Ort fuhr, liefen dann auch tatsächlich noch Touristen mit Skiern umher, wenn auch die Hänge im Tal bereits ziemlich apere waren. Daher sah es nicht so gut aus mit meinem Tagesausflug hierher in den nächsten Tagen. Aber einen Kaffee wollte ich mir hier dann doch noch kaufen. Dafür wollte ich auch jenes Café aufsuchen, welches wir damals in unserer Ski Woche beinahe täglich nach dem Abendessen, als Beginn des Abends, besuchten. Ich wollte etwas in Erinnerungen schwelgen, denn hier hatten wir doch auch schöne Abende verbracht. Das hatte ich auch bitter not in dieser Zeit.
Doch kaum hatte ich meinen Leihwagen am Parkplatz vordem Café abgestellt, wollte aus dem Auto aussteigen und zum Eingang des Cafés gehen, da lief mir eine Frau über dem Weg, die da meinte, als sie mich sah,
„der traut sich etwas! Jetzt fährt der auch noch hierher!“
Worauf ich dann doch etwas konsterniert war und mein Vorhaben, mir hier einen Kaffee zu kaufen, gleich wieder abgebrochen hatte. Denn dies brauchte ich nun nicht wirklich, mich in dieses Café zu setzen und mich dabei vielleicht auch noch selbst dem Gerede auszuliefern. Wenngleich ich es anfangs überhaupt nicht verstanden hatte, was diese Frau nun gemeint haben konnte. Schließlich war es Jahre her, dass ich zum letzten Mal in diesem Ort war. Auch sonst hatte ich keinerlei Kontakt zu diesem Ort. Wenngleich, eine junge Frau, welche bis 2001 die Schirmbar vor der Weinschänke in meinem alten Heimatdorf betrieben hatte, kam aus diesem Ort. Daher dachte ich, vielleicht bin ich deshalb hier bekannt. Auch wenn ich dies für unwahrscheinlich hielt.
Daher setzte ich mich wieder zurück ins Auto und fuhr weiter. Irgendwo am Weg wird sich wohl noch etwas anderes finden, wo ich einen Kaffee bekomme. Doch hatte ich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen, weshalb nun mein Magen etwas zu knurren begann. Damit wollte ich mich nun auch nicht auf die Suche begeben und beschloss kurzerhand beim nächsten Supermarkt anzuhalten, um mir dort erst einmal eine Kleinigkeit zu kaufen. Als ich durch Kirchberg fuhr, sah ich dann auch schon von weitem ein Schild einer österreichischen Supermarktkette und bog auf dessen Parkplatz ein.
Kaum hatte ich dort mein Auto abgestellt und wollte in den Markt gehen, hörte ich, wie wenige Meter neben mir zwei junge Frauen, die gerade ihren Einkauf im Wagen verstauten, meinten,
„hoffentlich kauft er sich jetzt hier nun keine Leberkässemmel! Aber es ist eh egal, denn dort wo er jetzt ist, ist ohnedies schon alles gelaufen für ihn.“
Die zweite Frau lachte dazu ein wenig und meinte darauf,
„das ist ein Wahnsinn, was die aufführen!“
Nun war mir klar, was hier los ist. Auch hier hatte sich dieses Theater, welches ich nun in dieser VA Tech erleben musste, längst herumgesprochen. Auch wenn ich überhaupt keine Erklärung hatte, wie dies sein konnte. Aber diese Bemerkung über das Leberkässemmel war eindeutig genug, um Klarheit zu schaffen, was damit gemeint ist. Weshalb ich nun doch etwas erschrocken bin, denn in Kirchberg bin ich zuvor mein Leben lang noch nicht gewesen. Diese Angelegenheit dürfte sich also mittlerweile ziemlich weit herumgesprochen haben.
Egal. Ich kaufte mir danach jedenfalls eine Leberkässemmel in diesem Supermarkt. Oder vielleicht auch gerade deshalb. Allerdings war nun meine Freude über diesen „Ausflug“ gänzlich verflogen und ich beschloss, nun bis Salzburg, wenn auch trotzdem auf der Bundesstraße, durchzufahren, wo ich dann auch relativ früh wieder zurück war.
Allerdings wollte ich an diesem Abend unbedingt noch in mein altes Heimatdort nach Unterach fahren, um dort in das Café meiner ehemaligen Nachbarn zu gehen. War doch nun Karwoche, somit Osterferien und dies die erste Zeit, in der in dieses Dorf etwas Leben zurückkehrt. Doch dort erwartete mich nichts Neues. Ich stand wieder nur allein an der Bar. Sich mit mir zu unterhalten, das war mittlerweile auch für die Zweitwohnungsbesitzer in diesem Dorf, welche zu dieser Zeit meist das erste Mal wieder hierherkommen, längst nicht mehr angesagt. Dies hat aber auch stets etwas Gutes. Denn so bekommt man auch gut mit, worüber sich andere Gäste im Lokal, aber eben auch meine ehemaligen Nachbarn, welche nur allzu gerne auf ihrem Stammtisch, gleich am ersten Tisch sitzen und sich dort, meist mit Freunden“ ein Gläschen gönne.
Dabei hörte ich auch, wie meine ehemalige Nachbarin meinte, nachdem sie mich zuvor prüfend gemustert hatte,
„vielleicht sollen wir uns das doch noch einmal überlegen, ob wir mit denen mitmachen, denn was die jetzt aufführen mit ihm!“
Dies klang zwar schon einmal nicht so schlecht. Denn da hatte ich Beate Sch. bereits ganz anders über mich sprechen gehört. Aber Ernst Sch. meinte darauf,
„jetzt schauen wir erst einmal, was sie machen mit dem!“
Daher war für mich wieder einmal klar, auch hier, in meinem alten Heimatdorf wird alles stets aufmerksamst mitverfolgt, was ich nun, seitdem ich bei dieser VA Tech arbeite, erlebe. Wenigstens sah es so aus, als würde deren Tun bewertet werden und nicht einfach daran teilgenommen. Auch dies hatte ich in diesem Dorf in den letzten Wochen und Monaten schon ganz anders erlebt. Aber vielleicht hatten es dabei nun doch einige übertrieben! Allerdings, wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
(2020-02-04)