Wien, Dienstag bis Donnerstag, der 27. bis 29. April 2004:
Nun war es also so weit und ich sollte 3 Tage auf einer Schulung in Wien sein, so, wie es mir der Segmentleiter Herbert St. am 18. März dieses Jahres, als ich ihn in Innsbruck kennengelernt hatte.
Dabei ging es um Telefonie, im Speziellen um Voice over iP Telefonie. Für mich nichts Neues. Aber wer würde sich schon vor einer Schulung drücken, wenn einem der Segmentleiter, in den dieser Bereich fällt, immerhin eines der zweithöchsten „Tiere“ in diesem Konzern einteilt. Dies Schulung selbst wurde von einem Betreiber eines Ingenieurbüros aus St. Pölten geleitet. Wobei ich sagen muss, dies hatte er gar nicht schlecht gemacht. Auch die Unterlagen, welcher er zur Verfügung gestellt hatte, waren durchaus gut aufgebaut. Aber trotzdem, für mich war es eher eine Pflichtveranstaltung, an der ich teilgenommen hatte, da ich vom Segmentleiter dazu gebeten wurde.
Die Schulungsteilnehmer waren ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Mitarbeitern aus den Niederlassungen in den einzelnen Bundesländern, sowie auch aus Wien. Aber auch der Segmentleiter selbst nahm an der Schulung teil und war dabei die gesamte Schulung über anwesend. Etwas was auch nicht sehr häufig vorkommt.
Zudem wollte sich ja der Segmentleiter Herbert St. im Anschluss an den ersten Schulungstag auch noch mit mir zusammensetzen, hatte er doch angekündigt, er möchte, dass ich bei einem Projekt, welches sich noch in Planung befindet, mitarbeiten, sodass VA Tech bereits vor der Angebotsphase bei diesem Projekt mit dabei wäre und auch auf die Ausschreibung Einfluss nehmen könnte. Regelrecht konspirativ sollte das Gespräch im Anschluss an den ersten Schulungstag werden. Zumindest klang dies beim Gespräch nach seiner Vorstellung in Innsbruck so.
Aber tatsächlich war dann nicht viel mit einem konspirativen Zusammentreffen, anlässlich dieser Schulung in Wien mit dem Segmentleiter. Denn er meinte er hätte noch etwas in Wien zu tun, daher möchte er sich mit mir gleich im Anschluss noch im Schulungsraum im Betriebsgebäude der VA Tech in Wien zusammensetzen. Wobei er mich dann dabei auch nicht mehr erzählt hatte, als dass es um ein großes Autohaus in Salzburg gehen würde, er dafür Unterlagen für die Planung erhalten sollte, welche er mir eigentlich heute schon übergeben wollte, diese allerdings noch nicht erhalten hätte. Gerade mal vielleicht 10 Minuten hatte das Gespräch im Schulungsraum, einem Besprechungsraum in Wien, gedauert, dann war dies schon wieder vorbei. Also, besonders aufregend war dies dann doch nicht. Aber vielleicht, es könnte ja noch kommen.
Der Rest der Kollegen war jedoch schon verschwunden. Daher ging ich alleine zum Hotel, in welchem uns allen, die aus den Bundesländern angereist waren, ein Zimmer gebucht wurde. Dies war im Parkhotel Schönbrunn. Nur unweit des Betriebsgebäudes der VA Tech in Wien Penzing. Dort traf ich dann allerdings noch meinen Kollegen, welcher sich gerade zum Sport aufgemacht hatte. Besonders glücklich, oder beeindruckt schien Christian St. auch nicht gerade gewesen zu sein.
Den Rest dieses Abends verbrachte ich im Hotel. Worüber ich gar nicht traurig war, denn schließlich war ich mittlerweile über beinahe jede Stunde, in der ich etwas Ruhe hatte, froh.
Am Abend des zweiten Tages meinte dann ein Kollege aus Linz, Werner R. aus der Schwachstromabteilung KL46, die Führung über die aus den Bundesländern angereisten Schulungsteilnehmer übernehmen zu müssen. Es schien beinahe so, als hätte ihm dies jemand aufgetragen. Denn, irgendwie ist es doch etwas unüblich, wenn alle Schulungsteilnehmer einer mehrtägigen Schulung, außerhalb des eigenen Arbeitsortes gleich nach Ende des Schulungstages in alle Richtungen verschwinden und es nicht einmal ein kurzes Treffen, zumindest der Schulungsteilnehmer aus den Bundesländern in einer Kneipe gibt. – Ich kannte dies bisher ganz anders.
Also meinte Werner R. am Abend des zweiten Tages die Führung der Truppe übernehmen zu müssen. Wir standen alle zusammen, ausgenommen die Kollegen aus Wien, an der Straßenbahnstation Kennedy Brücke und er begann Möglichkeiten aufzuzählen, wohin wir nun gemeinsam gehen könnten. Schließlich entschieden wir uns für ein Lokal in der Innenstadt, welches Werner R. offensichtlich bereits gut kannte. Dorthin führte er uns nun also – es war das Lokal „1516“ in der Schwarzenberg Straße! Ein Lokal, in welches ich später noch des Öfteren kommen werde. An diesem Tag lernte ich dieses Lokal kennen.
Dort saßen wir dann bis zur Sperrstunde an einem Tisch im ersten Obergeschoß, gefühlt dem letzten Tisch im Lokal. Hinter uns war nichts mehr und die Kellnerin kam auch nur gelegentlich vorbei. Aber sonst hatte ich eigentlich einen ganz guten Eindruck von diesem Lokal.
Da es mittlerweile beinahe 2 Uhr in der Nacht wurde, keine Straßenbahnen und auch keine U-Bahn mehr fuhren, fuhren wir mit dem Taxi zurück ins Hotel. Nun war allerdings doch die Nacht zum dritten Schulungstag etwas kurz geworden, weshalb ich mich regelrecht freute, da dieser Tag bereits zu Mittag zu Ende sein sollte und wir mit dem Zug wieder zurück nach Salzburg fahren würden.
Allerdings hatte mich gerade an diesem dritten Tag doch etwas irritiert. Denn einer der Kollegen, er schien es wohl nicht gewöhnt gewesen zu sein, bis spät in der Nacht unterwegs zu sein, schlief während des Vortrages des Schulungsleiters ein. Wobei auch ich war relativ müde. Aber dies schien dem Vortragenden regelrecht gefallen zu haben! Als hätte es dies schon erwartet.
Somit musste ich noch etwas warten, bis ich die Unterlagen für dieses Projekt in Salzburg erhalten würde, bei welchem ich den Planer bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen unterstützen sollte. Dies war wohl noch nicht so weit. Zudem hatte ich in diesen drei Tagen in Wien ein Lokal kennengelernt, welches in den folgenden Jahren noch eine größere Rolle in meinem Leben spielen würde. Sonst war diese Schulung eher mehr ein Reinfall.
Wenigstens hatte ich bei dieser Schulung einen Kollegen aus Klagenfurt kennengelernt, mit welchem ich mich doch relativ gut verstanden hatte und mit welchem ich auch durchaus angeregt über diverse Themen unterhalten konnte. Er war so gar nicht der Typ, welcher mir sonst üblicherweise in diesem Unternehmen untergekommen war, daher war ich darüber regelrecht erfreut. Schließlich war ich ja ständig auf der Suche nach „Verbündeten“ in diesem Unternehmen, um so meine Situation etwas angenehmer werden zu lassen. Wobei, im Juni sollte der zweite Teil der Schulung stattfinden, dabei erklärte er gleich zu Beginn, es hätte ihn gewundert noch auf den zweiten Teil der Schulung geschickt worden zu sein, denn er würde das Unternehmen wieder verlassen. Etwas, was ich in den folgenden Wochen noch öfters erleben werde.
(2020-02-15)