Salzburg, Freitag, der 2. April 2004:
Ich kam gerade von der Arbeit am frühen Nachmittag zurück in meiner Wohnung an, da herrschte plötzlich auf der Straße, direkt unter meiner Wohnung größere Aufregung. Mehrere Autos waren vorgefahren und die Insassen verschwanden alle in dem Lokal „Bierheuriger Gasthaus Eder“, welches sich direkt unter meiner Wohnung befand. Einige davon parkten auch am Parkplatz des Fahrradgeschäftes auf der gegenüberliegenden Straßenseite, obwohl dies für Gäste aus diesem Lokal tagsüber nicht gestattet war.
Allerdings fielen mir davon zwei Gäste, welche im Lokal verschwanden, auf. Ein junger Mann und eine junge Frau, vor der ich dachte, sie schon zuvor gesehen zu haben. Allerdings war ich mir nicht sicher. Daher dachte ich mir, ich warte, bis diese Gäste das Lokal wieder verlassen und achte dabei darauf, wer denn dies sei. Wenn ich mich in meiner Wohnung vor den Fernseher legte, bekam ich ohnedies beinahe alles mit, was sich unterhalb meiner Wohnung auf der Straße abspielte.
Es dauerte auch nicht lange, da kamen diese Lokalgäste auch wieder aus dem Lokal und stiegen in ihre Autos. Nun sah ich wieder nach, konnte allerdings die beiden nicht richtig erkennen, denn ihr Auto, eines dieser schweren Modelle von Audi, ein schwarzer Audi A8, stand direkt unter meinem Fenster. Zwar ein Panoramafenster, welches bis zum Boden ging, aber trotzdem konnte ich dessen Beifahrerin nicht eindeutig sehen. Dafür extra das Fenster zu öffnen, das schien mir dann doch etwas übertrieben.
Den Fahrer dieses Autos hatte ich allerdings schon einmal irgendwo gesehen und ich dachte mir, dies wäre doch einer der Spieler des Fußballclubs Austria Salzburg. Und, einen kleinen Verdacht hatte ich ja schon, was nun mit dieser „Silly“ hier in Salzburg für ein Spielchen getrieben wird, daher vermutete ich, die Beifahrerin dieses Autos wäre auch sie gewesen. Zudem klang deren Stimme doch äußerst verdächtig danach. Doch als beide aus dem Lokal kamen, rief diese Frau noch ins Lokal zurück,
„macht weiter so!“
Anfangs hatte ich dies einfach nur zur Kenntnis genommen. Doch als ich dann auch noch auf meinem Balkon stand, der sich direkt über dem Ausgang in den Gastgarten des Lokals befand, dort eine Zigarette rauchte und am Gehsteig ein älterer Mann vorbei ging, welcher zu mir etwas irritiert hochsah und dabei meinte,
„gut, dass der zu dieser Zeit sowieso nicht da hineingeht. So ist es wenigstens ziemlich ruhig geblieben“,
wurde mein Verdacht immer größer, diese junge Frau, welche zuvor mit einem der Fußballspieler der Austria Salzburg aus dem Lokal gekommen war, könnte durchaus diese „Silly“ gewesen sein.
Aber da war dann noch diese Aussage, welche sie nicht unerfreut tätigte, als sie das Lokal verließ, bei der sie meinte, sie sollten so weiter machen. Dass dieses Lokal unter meiner Wohnung geradezu eine Hochburg dieses Theaters um mich und dieser Intrigenspiele war, das wusste ich längst, bekam ich doch beinahe jeden Tag mir, was sich dort abspielte, auch wenn ich das Lokal nur mehr äußerst selten betreten hatte. Aber dies klang auch so, als würde sie selbst aktiv daran teilnehmen und geradezu, wahrscheinlich ihre Kollegen und Kolleginnen im Lokal, anzufeuern. Ihr Mitwirken wunderte mich nicht allzu sehr, denn nach all dem, was sich bisher abgespielt hatte, blieb ihr auch gar nichts anderes mehr übrig, um nicht völlig ihr Gesicht zu verlieren.
Eines wurde dabei allerdings auch wieder klar. Sie konnte und kann nicht gewusst haben, worum es bei diesen „Spielchen“ tatsächlich geht und sie kann auch nicht die treibende Kraft dahinter gewesen sein. Denn sonst hätten sich all diese Helferleins dieses Intrigenspiels nicht derart hineinsteigern müssen, damit ich sie nur ja nicht an einem für sie falschen Zeitpunkt an einem für sie falschen Ort treffen könnte, wie ich dies am Sonntagabend zuvor doch so eindrucksvoll erleben musste. Denn dann hätten sie gleich zu ihr selbst gehen können, mit ihr reden und ihr sagen können, was sie tun soll und all der Aufwand wäre nicht mehr notwendig gewesen. Daher kam ich zum Schluss, sie selbst muss wohl ordentlich reingelegt worden sein, nur damit sie selbst an diesem „Spielchen“ teilnimmt – teilnehmen muss. Dies nicht, um sie etwa gar zu verteidigen, ganz im Gegenteil, sondern lediglich, um festzuhalten, wie sich dies darstellte. Denn allein der Umgang dieser Personen selbst untereinander war mehr als befremdend! Ja abstoßend!
(2020-01-31)