„Jetzt muss er wenigstens wieder zu denen raus fahren!“
Salzburg, Donnerstag, der 15. April 2004:
Auch an diesem Tag war immer noch „Hörbis“ Versuch, mir eine Abmahnung zukommen zu lassen, im gesamten Unternehmen Tagesgespräch.
Nun gab es aber in diesem Unternehmen auch zwei Kollegen, welche für eine eigene Gesellschaft innerhalb des Konzerns tätig waren, die allerdings nicht der Region West unterstanden und daher eigentlich mit all den Abläufen und Vorkommnissen darin nichts zu tun gehabt hätten, Trotzdem waren beide allerdings immer bestens informiert und wussten stets Bescheid, was sich hier abspielt. Zudem waren beide auch stets in dieser „Ausgehgesellschaft“ höchst aktiv und auch hier immer bestens informiert, wo, was gerade los war. Dies wunderte mich bei einem dieser beiden Kollegen zwar schon sehr, denn er passte so überhaupt nicht in diese Gesellschaft. Er war mehr der Typ für ein ländliches Dorfwirtshaus und nicht für diese Eventgesellschaft. Trotzdem beide stets präsent waren und man sich die Internetportale über diese Ausgeh- und Eventgesellschaft ansah, dann lächelten sie auch stets von diesen Bildern, welche dort veröffentlicht wurden. Kurz gesagt, beide waren immer bestens informiert.
Nun konnte ich mir also den ganzen Tag dieses äußerst wichtige Hin- und Herlaufen der Kollegen von einem Büro zum Nächsten und wieder zurück ansehen und die dazu abgegebenen Kommentare in meinem Glaskäfig, wie ich mein Büro in diesem Unternehmen nannte, anhören. Dabei waren auch diese beiden Kollegen. Und da meinte einer der beiden einmal,
„jetzt muss er wenigstens wieder zu denen raus fahren, denn hier haben sie wieder zu!“
Nun war für mich die Frage, was meinte dieser Kollege, war es doch einer der beiden, welche ich auch aus dieser Ausgehgesellschaft kannte und dort auch schon öfters selbst sah. Wenn ich sie allerdings traf, dann entstand daraus nie ein Gespräch, dafür waren sich beide viel zu gut für mich. Wenn überhaupt, dann wurde ich höchstens gegrüßt, mehr aber schon nicht. Daher lag für mich die Vermutung nahe, es könnte sich um eine Äußerung bezüglich des „verrückten Wirts“ uns seiner Gefolgschaft – seine Bediensteten – handeln. Dies lag für mich einfach nahe, denn was würde ihn sonst zu solch einer Aussage bringen. Daher beschloss ich noch in der Arbeit am Abend in dieses „Jexx“ zu gehen. Auf ein Bier wäre ich abends ohnedies gegangen, daher lag dies nahe.
Also machte ich mich am Abend auf den Weg in die Innenstadt um dieses „Jexx“ in der Gstättengasse zu besuchen. Aber kaum war ich dort angekommen, war das Lokal geschlossen. Ich hatte die Wochen zuvor zwar davon nie auch nur eine Andeutung wahrgenommen, aber gerade dies erschien mir schon länger verdächtig. Diesen „Radi“ wollte ich einfach nicht fragen, ob er im Sommer wieder für den „verrückten Wirt“ arbeitet. Nun schien es allerdings Gewissheit zu sein.
Danach ging ich zum Kai runter und spazierte an der Salzach wieder zurück in die Innenstadt. Dort besuchte ich danach ein anderes Lokal. Aber als ich die Salzach entlang lief, beschloss ich nun einmal zur Polizei zu gehen. Denn mir war dies mittlerweile viel zu viel. Nicht nur, dass ich permanent in der Arbeit mit diesem unsäglichen Theater dieses „verrückten Wirts“ beschäftigt war, es griff mir auch sonst viel zu weit in mein Leben ein. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, dagegen etwas zu unternehmen, denn was dieser „verrückte Wirt“ hier treibt und wie er dabei vorgeht, das wussten ohnedies beinahe alle mit denen ich in dieser Zeit zu tun hatte. So konnte es einfach nicht weiter gehen. Außerdem viel mir auf, auch Polizisten liefen gelegentlich herum und rätselten, was denn hier los sei und wenn ich ihnen dies einmal erklären würde, dann könnte man dagegen vielleicht auch etwas unternehmen. So war zumindest meine Vorstellung.
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