Salzburg, Dienstag, der 20. April 2004:
Mit „Zucki“ hatte ich nun wenigstens einen Kollegen im Büro, mit welchem ich mich unterhalten konnte. Und dies nicht nur über die Arbeit, auch über allgemeine Themen, die gerade Tagesgespräch waren. Aber vor allem auch über meine Situation in diesem Betrieb. Manchmal ging er schon regelrecht davon aus, ich würde nur darauf warten, mich mit ihm darüber unterhalten zu können. – Ehrlich gesagt, dies war auch so.
Da stürmte er an diesem Vormittag wieder einmal, nachdem er zuvor irgendwo im Büro unterwegs war, ins Zimmer und meinte noch während er sich auf seinen Platz setzte,
„hast Du Dich überhaupt einmal hier beworben?“
Worauf ich doch etwas verwundert war, denn weshalb sonst wohl würde ich nun hier sitzen und erzählte ihm, mindestens zweimal! Einmal da drüben, wobei ich dabei in Richtung des Büros von Karl P. gedeutet hatte, denn auch dorthin, in dieses Unternehmen der VA Tech, hatte ich ja im Dezember 2002 eine Bewerbung gesendet, wobei ich hier allerdings niemals eine Antwort darauf bekam. Vielleicht auch sogar ein drittes Mal in diesem Betrieb, wobei dies allerdings über ein Headhunter Unternehmen ging, ich allerdings auch hier letztendlich keine Rückmeldung nach meinem Bewerbungsgespräch erhalten hatte, allerdings nur wenige Wochen später schon bei „Hörbi“ hier bei einem Bewerbungsgespräch saß.
Dies nahm er einfach zur Kenntnis. Murmelte dann allerdings vor sich her,
„ja, ich finde da aber nichts!“
Tat dabei allerdings so, als wäre er gerade mit etwas an seinem Computer beschäftigt, hätte eine Mail gelesen, welche ihn nun ablenken würde.
Kurze Zeit darauf meinte er dann allerdings weiter,
„die fahren alle ab auf Dich hier …!“
Worauf ich regelrecht lachen musste und ihn fragte, wer den hier auf mich „abfahren“ würde. Denn bisher hatte ich in diesem Betrieb etwas gänzlich anderes erlebt.
Nun wusste er anfangs nicht recht, wie er nun mit mir weiterreden sollte. Aber dann meinte er, es gäbe in der VA Tech Leute, welche richtig überzeugt von mir wären. Worauf ich ihn gleich fragte, wer denn dies sei. Denn dies würde mich brennend interessieren, wollte ich doch selbst gerne wissen, wem ich es zu „verdanken“ habe, hier in diesem Betrieb in solche Diskussionen über die Besetzung von leitenden Positionen geraten zu sein, obwohl ich dies selbst überhaupt nicht wollte. Schon gar nicht in dieser Art. Noch dazu, da ich ja gerade ihm erst vor wenigen Wochen mitgeteilt hatte, dafür überhaupt nicht zur Verfügung zu stehen, da dies, wie es sich gezeigt hatte, viel mehr schädlich als nützlich ist! Aber darauf konnte, oder wollte, er mir keine Antwort geben.
Worauf ich ihm noch einmal erklärt hatte, ich würde eigentlich so gut wie niemanden in der VA Tech kennen. Schon gar nicht bevor ich in dieses Unternehmen gekommen war. Lediglich „Hörbi“ mit diesem kleinen Projekt bei Sony in Anif, Richard B., mit welchem ich das Projekt „Safe ZVG“ abgewickelt hatte, bei einzelnen weiteren Projekten kurz mit ihm etwas zu tun hatte. Die Kollegen aus Klagenfurt, welche mit dem Auftrag beim Krankenhaus Hallein beschäftigt waren, sowie zwei Kollegen aus Linz, welche in der Angebotsphase dieses Projektes „Nahverkehrsdrehscheibe Linz“ beim Auftraggeber waren, um sich über die ausgeschriebenen Leistungen zu informieren. Aber sonst würde ich hier niemanden kennen! – Ausgenommen die Kollegen, welche ich seit meinem Arbeitsbeginn im August letzten Jahres kennengelernt hatte. Sonst hatte ich zuvor mit VA Tech nichts zu tun. Gerade mit VA Tech in Linz hatte ich zuvor überhaupt keinen Kontakt!
Ich konnte ihm ja nicht sagen, dass ich erst tags zuvor, nach der Baubesprechung in Vomp, noch im Krankenhaus Hallein war und mich dort mit dem bauleitenden Monteur unterhalten hatte, von welchem ich allerdings genau das Gegenteil erfahren musste! Wenngleich ich mir gut vorstellen konnte, im Büro war dies bereits gestern bekannt, kaum war ich auf der Baustelle im Krankenhaus Hallein angekommen.
Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass meine bisherigen Leistungen im Berufsleben durchaus bis in die VA Tech vorgedrungen sein könnten und dies davonkommen könnte. Denn bisher hatte ich mir doch durchaus einen guten Namen in der Branche erarbeitet. Wobei ich mit ihm beinahe über meine gesamte bisherige berufliche Laufbahn gesprochen hatte. Beinahe den ganzen Tag über hatten wir immer wieder darüber gesprochen. Er hingegen konnte, oder wollte mir nicht sagen, wer den so auf mich „abfahren“ würde.
(2020-02-14)