Salzburg, Montag, der 15.März 2004:
Wie jeden Montag fand auch an diesem Tag die wöchentliche Führungskreis Sitzung im Büro des Geschäftsführers statt, an der auch stets der Leiter des Büros in Innsbruck und gleichzeitige Abteilungsleiter für den Bereich der Gebäudetechnik Herbert N. teilnahm.
An diesem Tag stürmte er gleich zu mir an meinen Arbeitsplatz, als er in Salzburg im Büro ankam, und erzählte mir,
„den Auftrag für den Baumax in Vomp, den haben wir!“
Dazu würde bereits am nächsten Montag die erste Baubesprechung stattfinden, an der ich teilnehmen sollte. Baumax war eine österreichische Baumarktkette, welche in vielen Städten Österreichs eine Filiale hatte. So auch in Vomp in Tirol Hier sollte an das bestehende Marktgebäude eine sogenannte Kalthalle angebaut werden, in welcher die Baustoffe, die der Markt vertreibt, gelagert werden. Zudem sollte im Markt selbst noch ein Themenbereich umgebaut werden. Also nicht gerade ein Großauftrag, aber wenigstens hatte ich endlich einen Auftrag, welchen ich selbst bearbeiten konnte. Der Auftragswert lag bei gut 70.000 Euro.
Aber zuvor soll ich, wie er gesagt hatte, am Donnerstag noch zu ihm nach Innsbruck kommen, denn da wäre der Segmentleiter D.I. Herbert St. für den Bereich Schwachstrom bei ihm in Innsbruck. Dieser würde dort seinen Bereich vorstellen. Dazu meinte er weiter, vielleicht können wir hier auch etwas tun! Es sah also nun tatsächlich so aus, als ob sich endlich etwas tun würde und ich nicht mehr länger in diesem Unternehmen einfach nur kaltgestellt werde.
Gleich im Anschluss an diese Führungskreis Sitzung, welche nun interessanter Weise, nicht ehr besonders lange dauerten, meist war um 15:00 Uhr schon wieder Schluss damit, kam er noch einmal zu mir an den Platz und erzählte mit von weiteren Projekten, welche ich nun bearbeiten sollte. Wenngleich dies derzeit bedeuten würde, ich müsste dafür erst einmal Angebote erstellen. Aber dies war ja immer schon eine meiner Lieblingsaufgaben, daher störte mich dies auch nicht weiter.
Danach verschwand er mit „Zucki“.
Wenn es allerdings eines gegeben hatte, was ich an diesem Tag nicht verstanden hatte, dann dies, weshalb sollte ich nun am folgenden Tag unbedingt bei der Angebotseröffnung für das Projekt „Kienberg Wand“ teilnehmen. Ein Straßentunnel an einer Landesstraße am Mondsee zwischen Unterach und St, Gilgen, also direkt in meiner alten Heimat, welches noch dazu von jenem Ingenieurbüro geplant wurde, bei welchem ich zuletzt gearbeitet hatte. Denn bei diesem Projekt wollte ich selbst gerne mitarbeiten. Nicht unbedingt des Projektes wegen, aber dies erschien mir eine Möglichkeit zu sein, aus diesem Betrieb hier in Salzburg herauszukommen und bei jener Abteilung in Linz mitzuarbeiten, welche in diesem Bereich ein sogenanntes Kompetenz Center in der VA Tech war. Daher konnte auch dieses Angebot auch erst gar nicht in Salzburg bearbeitet werden, denn hierfür war eben ein Kompetenz Center zuständig. Daher, die Aussage von Christian H. bei seiner Vorstellung im Betrieb als neuer Geschäftsführer, er möchte hier in Salzburg ein zusätzliches Kompetenz Center für Sonderanlagen im Bereich Straßentunnels aufbauen, war einfach Blödsinn. Dies war allerdings auch sofort klar, als er dies sagte.
(2020-01-31)