Salzburg, Freitag, der 9. Jänner 2004:
In diesem Winter war ich noch nicht einmal zum Schifahren gekommen. Dabei war dies ein richtig schöner Winter. Auf den Bergen lag längst ausreichend Schnee, nun sollte dieser auch in die Täler und auch in die Stadt kommen.
Daher wollte ich nun selbst einmal zum Schifahren gehen – mich dabei vielleicht auch etwas entspannen. Denn, diese „Silly“ war ja nun in Salzburg. Daher dachte ich mir, in diesem Winter würde ich wenigstens beim Schifahren in den Bergen Ruhe von dieser Angelegenheit haben. Allerdings hatte ich stets meine Schier im Haus meiner Eltern, welches nun meinem Bruder und mir gehörte, in meinem alten Heimatdorf in Unterach gelagert. Weshalb ich mir diese erst von dort holen musste.
Also fuhr ich am Abend in mein altes Heimatdorf nach Unterach, holte mir dort meine Schiausrüstung und nützte die Gelegenheit auch gleich, um mich dort wieder einmal am Abend unter die Leute zu mischen. Ich wollte natürlich auch hören, was dort nun vielleicht darüber gesprochen würde, da ich ja kurz vor Weihnachten wieder einmal einen Versuch unternommen hatte, endlich diese Angelegenheit mit dieser „Silly“ zu klären. Noch dazu arbeitete sie ja nun auch in Salzburg.
Aber dort verabschiedete ich mich sehr schnell wieder. Auch in Mondsee, in dieser Schlossbar, blieb ich nicht gerade lange. Denn ich war einfach nur froh, von dort wieder weg zu sein.
Als ich dann wieder nach Salzburg zurückfuhr, begann es richtig heftig zu schneien. Allerdings war es noch relativ war, weshalb der Schnee zwar schon auf den Straßen liegen blieb, allerdings nur als Schneematsch. Kaum kam ich in die Stadt, wurde der Schneefalls derart heftig, dass binnen weniger Minuten gut 10 Zentimeter Schneematsch auf den Straßen lag und auf den Fahrspuren nur zwei Streifen für die Reifen der jeweiligen Seite frei blieben. Der Rest der Straße war mit Schnee bedeckt. Es war richtig unangenehm, mit dem Auto zu fahren. Ja beinahe auch in der Stadt richtig gefährlich. Denn kaum kam man etwas nur etwas aus der ausgefahrenen Spur in den Straßen, hatte man zu tun, sein Fahrzeug in der Spur zu halten.
Kurz vor meinem Wohnhaus, ich fuhr gerade durch die Fürbergstraße auf Höhe der Post, kam mir ein Auto entgegen. Es schien so, als hätte mich der Fahrer gesehen, da wechselte er von den beiden ausgefahrenen Spuren für die Reifen seines Fahrzeuges auf der entgegenkommenden Fahrtrichtung, auf die beiden mittleren ausgefahrenen Spuren. Das Auto wäre voll in mein Auto gekracht, hätte ich nicht selbst die ausgefahrenen Fahrspuren auf meiner Fahrbahn verlassen und Richtung Gehsteig ausgewichen. Worauf ich richtig zu tun bekam, damit mein Auto nicht ins Schleudern kam, obwohl ich nur mit vielleicht 30 Stundenkilometern unterwegs war. Daher hatte ich mich richtig über den Fahrer dieses Fahrzeugs geärgert und begann heftig zu hupen.
Ich fuhr dann allerdings einfach weiter, denn zu meinem Wohnhaus hatte ich nur mehr gerade 100 Meter. Da sah ich allerdings, wie dieses Fahrzeug, welches mich zuvor beinahe gerammt hatte, umdrehte und mir nachfuhr. Worauf ich mein Auto auf dem Parkplatz hinter meinem Wohnhaus parkte und zu diesem Fahrzeug, welches mir nun nachgefahren war und nun in der Einfahrt in den Parkplatz stand, ging. Dabei stiegen zwei Männer mit südländischem Aussehen aus diesem schweren, wenn auch etwas alten Mercedes mit Kennzeichen aus München. Worauf ich den Fahrer dieses Fahrzeuges fragte, ob er denn etwas wahnsinnig geworden wäre, bei solchen Fahrbahnverhältnissen einfach auf die Mitte der Straße zu fahren, weshalb er mich beinahe gerammt hätte, wenn ich nicht selbst ausgewichen wäre. Aber der Fahrer kümmerte sich nicht weiter darum, was ich zu ihm sagte, sondern meinte zu seinem Beifahrer, der ebenfalls ausgestiegen war,
„jetzt schlagen wir ihn zusammen!“
Worauf der Mann auch sofort zuschlug!
Da ich allerdings in dieser Zeit auch noch sehr viel Sport betrieben habe, konnte ich schnell genug reagieren, duckte mich, weshalb der Mann mich nicht getroffen hatte, sondern sein Schlag ins Leere ging. Danach lief ich auch sofort in Richtung Parkplatz hinter dem Haus davon und öffnete mir die hintere Eingangstür ins Wohnhaus, denn anlegen wollte ich mich mit den beiden keinesfalls. Anfangs hatte ich die Befürchtung, beide würden mir nachlaufen, aber sie kamen nicht um die Ecke herum. Daher klemmte ich den Keil, welcher an dieser Eingangstür am Boden lag, in die Tür, sodass diese geöffnet blieb und ich die Tür nicht noch einmal aufsperren müsste und ging wieder zurück an das Hauseck, um zu sehen, wo denn die beiden geblieben sind. Da sah ich, wie nun beide bei ihrem Fahrzeug standen und diskutierten. Wobei der Fahrer des Fahrzeuges auf die Frage, weshalb er mich zusammenschlagen möchte, meinte, da ich ja nicht aufgeben würde. Worauf allerdings der Beifahrer meinte, ihnen beiden wäre doch überhaupt nicht klar, weshalb ich dies tun würde und ob ich denn nicht selbst irgendwo anders „dabei sei“. Daher könnten sie sich doch nicht in diese Angelegenheit einmischen! Kurze Zeit später stiegen beide wieder in ihr Fahrzeug und fuhren davon.
Nun wurde ich allerdings richtig nachdenklich, was dies nun bedeuten sollte. Denn der Mann sagte nicht „jetzt schlagen wir DEN zusammen“, sondern er sagte, „IHN“. Also musste dieser Mann wissen, wer ich war. Zudem aus der Diskussion der beiden im Anschuss daran wurde mir erst recht klar, beide mussten wissen, wer ich bin! Zudem meinte der Beifahrer, sie könnten sich HIER nicht einmischen. Gut, bei zwei Männern, welche in Salzburg mit einem Fahrzeug mit Münchner Kennzeichen umherfahren, scheint dies noch nicht weiter verwunderlich, aber was ist das? Was soll das? Woher wissen solche Personen wer ich bin? Zudem, es kann ein Zufall gewesen sein, dass mir beide mit ihrem Fahrzeug kurz vor meinem Wohnhaus entgegengekommen waren, es muss aber kein Zufall gewesen sein!
Durch das schnelle Ducken hatte ich mir einen Muskel leicht gezerrt, daher fiel mein Vorhaben, an diesem Wochenende Schifahren zu gehen, ins Wasser. Worauf ich allerdings angesichts dieses Vorfalls ohnedies keine Lust mehr hatte. Auch blieb ich sonst an diesem Wochenende zu Hause, denn ich wurde richtig nachdenklich. Denn offensichtlich muss ich diese Drohungen, welche schon seit drei Jahren immer wieder gegen mich ausgesprochen wurden, im Besonderen seit Sommer letzten Jahres, doch ernst nehmen. Denn wenn plötzlich solche Personen in meiner Umgebung auftauchen, welche auch zudem genau wissen wer ich bin, vielleicht auch wissen, wo ich wohne, auch sofort zuschlagen, dann ist dies doch äußerst beunruhigend.
(2020-01-17)