Salzburg, Mittwoch, der 7. Jänner 2004:
Mein Urlaub über die Weihnachtsfeiertage war nu wieder vorbei, daher ging es nun in der Arbeit wieder los. Und das neue Jahr begann zunächst, wie das alte aufgehört hatte.
Kaum saß ich an meinem Arbeitsplatz, kamen Beatrix L. und unser Betriebsrat Michael B. gemeinsam zu Tür herein. Ich hate schon den Eindruck, beide hätten den gleichen Weg zur Arbeit. Wobei mir allerdings Michael B. einmal erzählt hatte, er würde am Land, im Flachgau, leben und bei Beatrix L. hatte ich den Eindruck, sie käme aus der Stadt. Allerdings genau hatte ich dies auch nie in Erfahrung gebracht. Es war mir auch egal. Nun sah es aber tatsächlich so aus, als würden sich beide am Weg in die Arbeit treffen und danach gemeinsam in das Büro gehen.
Als beide durch die Büroeingangstür kamen, mich Michael B. sah, meinte dieser,
„und? Geht`s weiter mit dem?“
Darauf Beatrix L.,
„auf jeden Fall! Die hat schon wieder die ganze Zeit darauf gewartet, dass er kommt!“
Was mich zunächst etwas wunderte. Denn woher sollte dies nun Beatrix L. auf einmal wissen. Zudem, dieses „Fürbergs“ war von 21. Dezember bis 6. Jänner geschlossen. Daher fragte ich mich, wo, wenn diese „Silly“ damit gemeint war, wovon ich allerdings ausging, sollte sie darauf gewartet haben, dass ich kommen würde.
Aber eines zeigte dies nun ganz deutlich. Mittlerweile hatten sich ganz besondere Verbindungen gebildet, womit jemand wie Beatrix L., obwohl ich sie sonst nie irgendwo in der Umgebung von dieser „Silly“ war genommen hatte, auch sonst keinen, nicht einmal Karl P. fiel mir jemals auf, stets bestens über den aktuellen Stand in dieser Angelegenheit um diese „Silly“ informiert sein konnten. Dies war mir längst klar, wie dies funktioniert, aber es zeigte sich immer mehr. Musste Beatrix L. noch vor Weihnachten Michael B. fragen, wie der aktuelle Stand sei, konnte nun sie ihm selbst darüber Auskunft geben. Ob dies nun in irgendeiner Weise auch der Realität entsprach, das wusste ich natürlich nicht, hatte ich doch immer noch absolut überhaupt keinen direkten Kontakt zu dieser „Silly“.
Michael B. meinte darauf,
„dann schaue ich gleich mal zu Karl!“
Das dauerte auch nicht lange, da lief er schon wieder am Empfang vorbei in Richtung Büro von Karl P.
Auch Karl P. dürfte ihm etwas erzählt haben, was er nun überhaupt nicht hören wollte. Denn was nun begann, das ist kaum mehr zu beschreiben. Es entstand ein regelrechtes Gerenne von einzelnen Kollegen, nicht nur von Michael B oder Beatrix L., sondern von vielen, beinahe allen Kollegen, von ihrem Arbeitsplatz in Richtung des Büros von Karl P. und danach wieder retour. Dies jeweils in einer Art, als würden sie alles und jeden regelrecht über den Haufen rennen wollen, der es auch nur im geringsten Wagen würde, sich ihnen in den Weg zu stellen. Das war einfach nicht mehr mitanzusehen! Dies den ganzen Arbeitstag über, als hätten diese Kollegen keine andere Aufgabe mehr, als sich um mich und diese Angelegenheit mit dieser „Silly“ zu kümmern, denn dies könnte ja die bevorstehende Entscheidung über die Nachfolge von Josef Sch. als Geschäftsführer der Region West beeinflussen. Es gab eigentlich nur mehr zwei Personen, welche sich auffällig aus diesem „Gerenne“ heraushielten und dies waren Christian H., welcher längst als dessen Nachfolger gehandelt wurde, was daher durchaus verständlich war, aber auch „Hörbi“, von dem mittlerweile kaum mehr etwas zu hören war.
Das war einfach nur mehr irre! Ich hatte mittlerweile den Eindruck, ich wäre in diesem Unternehmen tatsächlich unter einen Haufen von Verrückter geraten! – Dabei hatte ich überhaupt keine Möglichkeit, dies in irgendeiner Weise zu stoppen. Obwohl ich ohnedies überhaupt kein Interesse daran hatte, überhaupt nur in diese Situation gebracht worden zu sein. Denn ich selbst hätte jedem jederzeit sofort gefragt, ob er vielleicht verrückt geworden wäre, mich in diesem Unternehmen überhaupt nur in Ansatzweise als möglichen Anwärter für die Nachfolge von Josef Sch. ins Rennen zu schicken! Ich hoffte nur mehr, dass diese Entscheidung nun bald getroffen werden würde und dann auch gleich allen bekanntgegeben werden würde. Denn dies war nicht mehr auszuhalten. An ein Arbeiten wäre in dieser Zeit, die nun folgte, auch gar nicht mehr zu denken gewesen. Aber ich hatte ohnedies noch so gut wie nichts zu tun und schlug während der Arbeitszeit meist lediglich die Zeit tot!
(2020-01-17)