Salzburg, Sonntag, der 25. Jänner 2004:
Nach meinem Erlebnis vom vergangenen Donnerstagabend im „Pepe Gonzales“ lieb ich das Wochenende über zu Hause. Denn mittlerweile fühlte ich mich regelrecht unwohl bei dem Gedanken, spät nachts zu Fuß von der Innenstadt zu mir nach Hause zu gehen. Auch wenn ich dabei fast durchgängig auf Hauptstraßen unterwegs war, wenn gleich ich dabei stets die Abkürzung über die Ahrenbergstraße nahm und ich dabei nur eine halbe Stunde unterwegs war. Aber, wollte mich jemand auf diesem Weg abfangen und mir etwas antun, dann hätte er dazu leicht eine passende Stelle gefunden.
Nun wollte ich mich allerdings an diesem Abend mit Mark S., dem Kellner des „Pepe Gonzales“ aus meinem alten Heimatdorf unterhalten und besuchte dann doch dieses Lokal. Aber kaum hatte ich das Lokal betreten, herrschte mir gegenüber eine regelrecht feindselige Stimmung gegenüber, bei der ich am liebsten sofort wieder umgedreht hätte und nach Hause gegangen war. Mein kleines Bier wurde mir nur widerwillig an die Bar gestellt und kaum hatte ich mich im Lokal etwas ungesehen, begann der Besitzer des Lokals, Karl B., der an diesem Sonntagabend ungewöhnlicher Weise, wie auch seine Frau, auch anwesend war, über mich seinen Unmut kund zu tun. Ich war regelrecht schockiert, als dieser loszulegen begann. Als er dann auch noch meinte,
„das habe ich schon so gerne! Dauernd deppert herumtun und sich dann hierherstellen und so zu tun, als ob überhaupt nichts wäre! – Da werden die ganzen anderen Leute ganz deppert!“
hatte es mir gereicht! Denn gerade er, sowie eigentlich niemand in diesem Lokal, hätte sich jemals über mich beschweren müssen! Dieses Lokal kannte ich schon seit sehr langer Zeit und vor dem Sommer 1998, als ich mich in diesem Lokal einmal mit Mark S., der damals schon in diesem Lokal arbeitete, niemals mit irgendjemandem der Bediensteten in diesem Lokal etwas zu tun. Erst danach hatten sich einige, wenn auch äußerst oberflächliche Kontakte mit anderen Bediensteten und auch seiner Frau ergeben. Wobei sich auch hier sicher niemals jemand über mich beschweren musste. Denn bis zum Jahr 2001 besuchte ich dieses Lokal beinahe nur wochentags und traf dort meist Leute, welche ich schon länger kannte und ich mich danach mit ihnen lediglich unterhielt. Dabei waren kaum Gespräche, welche in irgendeiner Weise einen negativen Aspekt hatten. Denn da war nicht mehr als, man trifft sich abends in einem Lokal und unterhält sich mit Leuten, welche man schon länger kennt, gelegentlich auch dabei neue Leute kennenlernt und unterhält sich über dies und dass – mehr nicht. Nun kam Karl B. mit dieser völlig unqualifizierten Aussage über mich!
Wenngleich mir zwar klar war, worauf er sich dabei bezog. Denn dabei konnte es nur um diese unsägliche Angelegenheit mit „Silly“ und dem „verrückten Wirt“ handeln und all dem vielen Unwahrheiten und Intrigen, welche darüber kursierten. Aber auch wieder gerade in diesem Lokal hätte sich darüber niemand beschweren müssen. Denn ich hatte ja genügend Versuche unternommen, um dies endlich zu beenden, wenngleich sich dies als mittlerweile beinahe unmöglich herausstellte. Dies wurde ja auch zudem in diesem Lokal noch wenige Wochen zuvor mitverfolgt. Und ich hatte unzählige Male jemanden dabei beobachtet, als ich dieses Lokal betreten hatte, der sofort zum Telefon, meist das Festnetz Telefon im Lokal selbst, bediente, um jemanden davon in Kenntnis zu setzten, ich wäre nun hier! Nicht etwa, dass dies geschehen wäre, ohne dass ich die mitbekommen sollte. Sondern dies wurde direkt, ganz offen vor meinem Angesicht durchgeführt. Als ob man mir zeigen wollte, wir verfolgen all deine Aktivitäten ganz genau! Aber all dies begann erst seit Mitte des letzten Jahres, eigentlich als klar war, ich würde nun in Salzburg eine neue Arbeitsstelle antreten – nämlich bei VA Tech. – Und dies war mittlerweile mehr als auffällig!
Zuvor war mir Karl B. stets egal gewesen. Ich glaube, ich hatte mich auch niemals mit ihm richtig unterhalten, nun begann ich allerdings regelrecht gegen ihn, mit seinem aufgeschwemmten Gesicht und seinem übergroßen Bierbauch, auch wenn dieser sicher nicht durch Bier, sondern durch Hochprozentiges zustande gekommen war, eine Abneigung zu entwickeln. Seine Frau mochte ich zuvor schon nie besonders gut leiden, denn dafür hatte sie viel zu viele Ähnlichkeiten, nicht nur in ihrer Art, ihrem Aussehen, sondern in ihrem gesamten Gehabe mit Antonia M., der Lebensgefährtin des Wirtes der Weinschänke in meinem alten Heimatdorf.
Mir war auch klar, was es mit diesem „deppert herumtun“ auf sich hatte, denn damit wollte man mich einfach in die Enge treiben. Aber es hätte wohl kaum jemanden gegeben, bei dem dies nicht weniger zugetroffen hätte als bei mir, daher fand ich dies nun gänzlich unpassend. Dies war auch bei Gott nicht das erste Mal, dass ich Derartiges vernommen hatte, aber in diesem Lokal störte es mich besonders – eben, weil ich hier ständig vor Augen geführt bekommen hatte, man wolle mich in die Enge treiben, indem stets anderen darüber sofort berichtet wurde, sobald ich das Lokal betrat. Auch dies war hier ja keinesfalls ein Einzelfall, sondern davon ging ich mittlerweile längst aus, wenn ich ein Lokal betreten hatte.
An diesem Abend wurde es mir allerdings beinahe zu viel und ich hatte regelrecht damit zu tun, mich zu beherrschen. Denn die ganze Zeit über war auch Mark S., der Kellner aus Unterach, in diesem Lokal anwesend und schien sich regelrecht darüber zu freuen. Daher war mir auch hier der weitere Zusammenhang klar.
Ich habe und hatte auch damals schon äußerst viel Verständnis für den Unmut mancher Leute über all diese unsäglichen Intrigen, dieses Gerede, dieses Herumgetue im Zusammenhang mit dieser „Silly“, diesem „Konflikt“ mit dem „verrückten Wirt“, auch nun über dieses Intrigenspiel in diesem Unternehmen VA Tech, in welchem ich seit August 2003 arbeitete, war ich doch derjenige, dem dies am allermeisten im Leben störte. Doch eines konnte man mir schon damals sicher nicht vorwerfen, ich hätte nicht alles versucht, um all dies zu lösen. Daher verstand ich es auch, wenn sich viele Leute von mir abwandten, nichts mehr mit mir zu tun haben wollten, aber dass gerade jene, welche aktiv daran teilgenommen hatten – und dies war ja nun in diesem Lokal der Fall – mich auch noch verdrängen wollten, dafür hatte und habe ich überhaupt kein Verständnis! Denn ich war und bin der letzte, der nicht sofort mit all dem Schluss gemacht hätte, hätte ich dazu nur irgendeine Möglichkeit gehabt.
Wobei ich allerdings immer noch mehr als genug Leute getroffen hatte, gekannt hatte, welche zu 100% hinter mir standen, auch wenn dies in dieser Zeit schon sehr schwierig war. Und ich hatte immer noch den Eindruck, es würden, trotz allem, immer noch mehr Leute mein Verhalten für gut befinden als jenes meiner Gegner, wenn man diese überhaupt so bezeichnen kann. Daher agierte ich einfach so, wie ich musste. Eine andere Möglichkeit hatte ich einfach nicht gesehen.
In den Wochen zuvor hätte ich öfters schon mit einem Eklat in diesem Lokal in diesem Zusammenhang gerechnet. Denn dazu wurde direkt vor mir viel zu heftig über mich telefonieret, als dass dies gutgehen könnte. Allerdings hatte ich den Eindruck, die Ursache dafür ist im Erlebnis vom Donnerstagabend zuvor zu suchen, als ein Gast versehentlich von einem weiteren Gast derart angepöbelt wurde, sodass die Polizei verständigt wurde und ich danach, als sich mein Verdacht bestätigte, ich wäre eigentlich das Zeil der Pöbelei gewesen, mich mit einer Polizistin darüber unterhalten hatte, was Mark S. mitbekommen hatte und mir gegenüber meinte, „mit der Polizei spricht man darüber nicht“, denn es könnte ja sein, bei einem weiteren Fall könnte dies weitergehen und mich dazu die Polizei befragen, wobei aufkommen könnte, was eigentlich hier gespielt wird! Um dem vorzubeugen und damit dies nicht in seinem Lokal geschehen könnte, wollte mich Karl B. nun endgültig aus seinem Lokal weghaben. Auch wenn wir uns beide nie wirklich mochten.
Die ganze Zeit über war auch „Tom“, der Stammkellner oder Barchef des gleich danebenliegenden Lokals namens „Saitensprung“ anwesend und verfolgte dies mit. Auch ihn kannte ich zuvor lediglich vom Sehen her und hatte kaum mit ihm etwas gesprochen. Als sie Karl B. wieder etwas mit seinen Unmutsäußerungen und Beleidigungen über mich beruhigt hatte, meinte dieser,
„dann soll er eben zu uns kommen! – Bei uns ist derzeit eh nichts los.“
Kaum hatte ich mein kleines Bier ausgetrunken wurde ich auch schon zum Bezahlen aufgefordert, was ich auch nur allzu gern tat, und verließ danach das Lokal. Es war übrigens das letzte Mal, dass ich in diesem Lokal war und auch jemals sein werde!
Danach ging ich rüber ins „Saitensprung“, wo auch gleich dieser „Tom“ erschien und ich dort den restlichen Abend verbrachte, so als wäre überhaupt nichts geschehen. Dort stand ich dann auch alleine an der Bar, ohne einen weiteren Gast. Mit „Tom“ hatte ich kaum etwas zu reden, denn bisher kannte ich ihn nur vom Sehen her. Zudem tat er so, als wüsste er ohnedies schon alles.
(2020-01-29)