Mondsee, Donnerstag, der 25. September 2003:
An diesem Abend fuhr ich, wie ich es mir zwei Tage zuvor vorgenommen hatte, noch einmal nach Mondsee, um dort nachzusehen, wie denn nun die Stimmung mir gegenüber sei. Dort angekommen ging ich wieder in diese Schlossbar und die Situation war beinahe identisch wie zwei Tage zuvor. Das Lokal war wieder sehr schlecht besucht. Zwar etwas besser als am Dienstag, allerdings so, wie ich es erwartet hatte. Auch an der Bar saß wieder nur ein einziger Gast außer mir und dies war wieder der Koch aus dem Gasthaus, gleich an der Einfahrt in den Markt.
Es war, wie zwei Abende zuvor. Ich bestellte mir mein kleines Bier und stand wortlos an der Bar. Links neben mir der Koch und hinter der Bar Bernhard B., der Betreiber des Lokals. Beide hatte mich beinahe auffallend freundlich begrüßt, sonst wechselten wir allerdings kein weiters Wort miteinander.
Doch nach vielleicht einer viertel Stunde meinte plötzlich der Koch wieder, schon wie zwei Tage zuvor,
„und? Warst Du wenigstens jetzt schon wieder einmal im B.?“
Worauf von mir wieder, wie aus der Pistole geschossen kam – „Nein!“
Aber dann meinte der Koch,
„geh! Schau wieder einmal dort hin!“
Ich erklärte ihm allerdings, in diesem Lokal würde man mich nie wieder antreffen. Regelrecht verärgert war ich, als er mich dies heute schon wieder fragte. Er allerdings meinte noch einmal,
„schau runter wieder!“
Und dies ergänzte er dann mit,
„es ist eh nichts gewesen!“
Woraufhin mir klar war, er weiß ganz genau, was an diesem Abend des 6. Septembers geschehen ist. Weshalb ich ihm erklärte, ich sei aus diesem Lokal hinausgeworfen worden, daher werde ich dieses Lokal auch nie wieder betreten!
Allerdings ließ er nicht locker und meinte immer wieder, ich sollte doch wieder dort hingehen. Worauf ich mich dann doch, nach einigem Zögern, auf ein Gespräch einließ und ihn fragte, als ob ich es nicht wüsste, ob denn dieses Lokal überhaupt noch offen hätte, denn üblicherweise wäre doch bereits Mitte September bisher jedes Jahr ein Saisonabschluss Fest gewesen und danach das Lokal bis Ende April des Folgejahres geschlossen gewesen. Aber er meinte, heuer wäre das Lokal noch offen und fing immer wieder davon an, ich sollte doch heuer wenigstens noch einmal dorthin schauen.
Ich unterhielt mich dann noch eine Weile mit ihm, wobei ich immer wieder darüber nachdachte, ob denn dies nicht wieder einfach nur ein Spielchen sein könnte und ich, sobald ich es betete, dort sofort wieder des Lokals verwiesen werden könnte und zudem, ob es auch richtig wäre, dort überhaupt noch einmal hinzugehen – zu probieren, ob ich dort nicht sofort wieder hinausgeworfen werde.
Aber dann dachte ich mir, ich jedenfalls lasse ich nicht als Spinner hinstellen, ich wäre auch nicht nachtragend, daher fasste ich den Entschluss, so wie es der Koch meinte, dort für dieses Jahr doch noch einmal hinzugehen. Daher zahlte ich nach knapp einer Stunde in diesem Lokal, wie schon am Dienstag zuvor, und wollte, auch wie zwei Tage zuvor, an diesem Lokal vorbeifahren, diesmal allerdings doch noch in das Lokal gehen. Als ich dann diese Schlossbar verließ, meinte Bernhard B. noch, als ich durch die Tür hinaus ging,
„die sind ordentlich blamiert jetzt!“
Was mich auch nicht weiter gewundert hätte, denn es wusste ja eigentlich jeder, was hier gespielt wurde. Es wusste ja jeder, dass nicht ich derjenige gewesen bin, welcher auf diese „Silly“ „völlig fixiert“; so wie es der „verrückte Wirt“ immer ausdrückte, war, sondern dass all dies von der anderen Seite ausging. Daher hatte ich es auch überhaupt nicht verstanden, warum es so weit gekommen war.
Während der gesamten Fahrt durch den Markt, durch die Allee zum See, zu diesem Lokal überlegte ich, was mich denn dort nun erwarten könnte. Ich hatte mit allem gerechnet. Am meisten damit, dass sofort der „verrückte Wirt“ selbst auf mich zugeschossen kommt, um mich wieder theatralisch, so wie es auch sonst dessen Art war, aus dem Lokal hinauszuwerfen. Denn ich traute dem ganzen überhaupt nicht. Dass ich „Silly“ dort keinesfalls antreffen werde, das war mir klar. Denn sie sagte mir ja am Telefon, sie würde dieses Jahr wieder am Oktoberfest arbeiten. Andernfalls wäre ich auch überhaupt nicht an diesem Abend in das Lokal gegangen.
Am Parkplatz vor dem Lokal angekommen parkte ich dann auch mein Auto besonders weit abseits am öffentlichen Bad, auch wenn beinahe alle Parkplätze leer waren, damit nicht auch noch jeder sofort mein Auto sehen würde. Dann ging ich, auch etwas zögerlich, in das Lokal hinein und war gespannt, was nun geschehen würde. Aber es war nichts weiter. Der „verrückte Wirt“ war nirgends zu sehen. Es waren auch nicht viele Gäste im Lokal. Die Terrasse war längst geschlossen, sodass nur mehr einzelne Gäste im Lokal selbst anwesend waren und dort auch beinahe an der Bar, an welche ich mich nun auch stellte – gleich direkt in der Mitte.
Hinter der Bar lief Gebhard T. hin und her. Er hatte mich auch schon von weitem gesehen, wusste allerdings offensichtlich nicht so recht, wie er nun auf mich reagieren sollte. Dann fragte er mich,
„was willst Du?“
Worauf ich schon der Meinung war, er würde nun meinen, was ich denn hier nun wollte. Aber dann sagte ich einfach,
„ein Seiterl!“
So, wie ich mir sonst an vergleichbaren Abenden auch immer mein kleines Pils an der Bar bestellte. Welches mir dann Gebhard T, auch gleich einschenkte und wortlos vor wir an die Bar stellte. Irgendwie war die Situation mehr als angespannt. Meinerseits hätte jedenfalls nur das kleinste falsche Wort gereicht und ich wäre hochgegangen, eine derartige Wut hatte ich immer noch in mir. Aber Gebhard T. wendete sich glücklicherweise gleich wieder von mir ab.
Nun stand ich hier wortlos an der Bar und war gespannt, was weiter geschehen würde. Aber ich glaube, in den ersten Minuten, die ich nun in diesem Lokal gewesen war, hatte jeder darauf geachtet, was denn nun geschehen würde.
Anfangs kam es mir so vor, als wäre es nun gänzlich still geworden in diesem Lokal, wovon ich der Meinung war, es hätte einige Minuten gedauert, aber vielleicht waren es auch nur wenige Sekunden, welche mir beinahe als eine Ewigkeit vorgekommen waren. Doch dann meinte ein Gast, vielleicht ein paar Jahre älter als ich, aus der Mitte einer kleinen Gruppe an der Mitte der linken Stirnseite der Bar zu Gebhard T.,
„und wo ist der Klaus?“
Worauf dieser kurz und abgehakt antwortete,
„weg!“
Der Gast weiter,
„und wer ist dann jetzt Geschäftsführer bei Euch?“
Gebhard T.,
„ich! – Bis auf weiteres.“
Nachdem ihm ein Kollege etwas stupste.
Dieser Gast ließ aber nicht locker und meinte weiter,
„und was ist dann mit Klaus?“
Worauf Gebhard T. meinte,
„die bringen den um, wenn die draufkommen, was er da tut!“
Nun stand ich an der Bar und verfolgte dies aufmerksam. Wobei ich mir dachte, womit, um alles in der Welt habe ich es bloß hier zu tun, wenn dabei so gesprochen wird! Denn, eines war mir längst klar, egal ob in Unterach, hier in Mondsee, oder auch in Salzburg, oder auch in der Arbeit, ich habe es immer mit dem gleichen „Ding“ zu tun. Auch wenn ich wusste, viele von ihnen haben mit dem „verrückten Wirt“ selbst überhaupt nichts zu tun, kennen ihn vielleicht gerade ein mal. Aber es gibt dann doch immer wieder jemanden, der dann doch wieder mit jemandem befreundet ist, der auch mit Klaus O., dem „verrückten Wirt“ befreundet ist. So wie der Wirt der Weinschenke in Unterach. Welcher meines Wissens nach überhaupt nichts mit Klaus O. zu tun hat. Jedoch zum Beispiel mit Peter W. aus Unterach befreundet ist, welcher wiederum auch mit Klaus O. befreundet ist. Und dies zieht sich durch alle Personen, welche mir in den letzten Jahren immer wieder einmal aufgefallen waren, die sich derart in Szene setzen, mir Schaden zuzufügen, durch.
Nun stand ich an der Bar und begann darüber nachzudenken, womit ich es denn dabei bloß zu tun haben könnte. Denn dieser Satz, „die bringen ihn um, wenn die draufkommen, was er da tut“, hatte mich doch etwas erschreckt. Nicht weil ich mir nun Sorgen um ihn machte, sondern deshalb, weil mir einfach nicht klar war, wer hier so sprechen könnte. Denn dabei wäre ich sofort auf die Mafia gekommen, welche hier die Finger im Spiel haben könnte. Jedoch hatte mir doch der Wirt der Weinschenke, Andreas M., der ja auch Teil dieses „Undings“ ist, doch im Juni 1999, nach dieser Razzia in dem Bordell in Unterach, bei welcher es offensichtlich um illegale Waffenschiebungen von diesem Richy S. ging, diesen „Nokia Club“ würde es immer noch geben, beziehungsweise hatte er dies neben mir zu Peter W. erwähnt, und Richy S. hätte deshalb dieses Bordell, welches, so wie es damals ebenfalls hieß, von der Mafia betrieben würde, als wäre dies das Selbstverständlichste, verlassen müssen, weil er eben dabei eigenmächtig gehandelt hatte. Daher kam ich zum Schluss, die Mafia könnte dies nicht sein. Obwohl es hier ebenfalls der Fall sein könnte, dass eben der „verrückte Wirt“ hier „eigenmächtig“ handelt und ihn „die“ deshalb umbringen könnten, würden sie erfahren, was er hier treiben würde. – Lediglich an ein „dummes Gerede“ hatte ich dabei längst nicht mehr gedacht. Denn dazu wäre hier schon viel zu viel geschehen und all dies derart weitreichende Kreise gezogen, sodass ich mir einfach nicht mehr vorstellen konnte, all dies wäre vielleicht nur ein dummes Spiel, lediglich ein blödes Gerede. Zudem hatte ich dazu auch viel zu oft schon Polizisten, also Beamte in Uniform, bei welchen sofort erkennbar ist welcher ihr Beruf ist, egal wo auch immer, aber vor allem in Salzburg, darüber sprechen gehört. Dies konnte zwar natürlich immer noch der Fall sein, allerdings mich betreffend war dies längst kein Spiel mehr! Für mich ging es bereits längst um meine gesamte Existenz! Und nicht nur darum, ob ich vielleicht irgendetwas „werden soll“, oder ob ich „Silly kriege“, oder vielleicht mein Grundstück. Welches sich damals noch im Gemeinschaftseigentum mit meinem Bruder, nach dem Tod meiner Mutter, befand, umgewidmet wird.
Aber da gab es noch etwas, was mir an diesem Abend, als ich da allein an der Bar im Lokal des „verrückten Wirtes“ stand, durch den Kopf ging. Denn seit Anfang des Jahres fielen mir immer diverse Personen auf, welche ganz genau wussten, wer ich bin, sie zuvor allerdings noch niemals gesehen hatte, geschweige sie kannte, welche aber ganz genau wussten, was ich beruflich tue, was sich hier im Zusammenhang mit „Silly“ abspielte und auch sonst sehr viel aus meinem Leben wussten, welche sich allerdings mir gegenüber äußerst seltsam benahmen. Was darin gipfelte, dass sie zur Ansicht kamen, ich würde anderen „über den Kopf wachsen“ und sie daher deshalb etwas unternehmen müssten. Diese Leute konnte ich zudem auch überhaupt nicht zuordnen. Denn in meine Branche, in welcher ich beruflich tätig bin, passten sich auch überhaupt nicht. Schon gar nicht, wenn man ihnen bei ihren Gesprächen, sobald sie irgendwo anzutreffen waren, zuhörte. Dabei fiel mir immer wieder dieser „Tipp“ ein, welcher uns unser Klassenvorstand Friedrich R. zu Ende des Schuljahres 1984 gab, als wir alle zusammen aus der Schule hier in Mondsee austraten. Wo der da meinte, wir sollten im Leben aufpassen, nie irgendwo zu gut zu werden, denn die Polizei hätte hier etwas, womit sie gegen solche Leute vorgehen würde. Damals hatten ihn alle nicht ernst genommen. Ich hatte dies lediglich aufgenommen, ihn wahrscheinlich auch nie ernst genommen, nun allerdings kam mir dies immer wieder in die Gedanken. Denn ich konnte überhaupt nicht verstehen, wie Leute, welche ich überhaupt nicht kenne, sie mich selbst auch überhaupt nicht kennen können, zur Ansicht kommen können, man müsste etwas unternehmen, denn ich könnte anderen über den Kopf wachsen. Daher kam ich, beinahe zwangsläufig, zum Schluss, hier könnte es sich nur um Beamte handeln, welche allerdings nicht direkt als solche zu erkennen sind. Dabei kam ich allerdings ebenfalls zum Schluss, diese könnten auch niemals hinter all dem stecken, denn in solchen Kreisen würde niemals so gesprochen werden. Schon gar nicht in Österreich. Daher verwarf ich auch diesen Gedanken wieder. Jedenfalls war mir nun eines klar, diese Personen handelten, wer auch immer sie waren, gewollt oder ungewollt, eindeutig im Sinne des „verrückten Wirtes“ und dessen „Freunde“!
Dieser Mann, welcher sich mit Gebhard T. unterhielt, als ich in das Lokal gekommen war, hatte ich übrigens ebenfalls zu diesen Personen gezählt, auch wenn er offensichtlich dazu eine etwas andere Einstellung hatte. Er war ja auch nicht allein in diesem Lokal.
Dabei stellte sich mir zudem die Frage, was im alles in der Welt könnte es gewesen sein, was diese Personen damit meinten, mit dem, da müssten sie etwas machen, damit ich ihnen nicht über den Kopf wachsen würde. Waren sie es vielleicht, welche alles in die Wege geleitet hatten, sodass mir, wenn ich dieses Ingenieurbüro verlassen wollte, keine andere Möglichkeit hatte, als zu dieser VA Tech zu wechseln? Denn, ab diesem Zeitpunkt, als ich bei VA Tech zu arbeiten begann, ja als ich den Dienstvertrag bei diesem Unternehmen unterschrieben hatte, änderte sich beinahe alles. Es war, als würde ich nun in einer Welt leben, bei der jeder mit mir tun uns lassen kann, was er möchte. Und eine Alternative hatte ich nicht, als zu VA Tech zu wechseln. Obwohl ich mehr als genug andere Bewerbungen verfasste und ich keinerlei Grund dafür sah, warum ich, nach all dem was ich bisher beruflich geleistet hatte, nicht mehr als genug andere Angebote für eine neue Arbeit erhalten sollte. Es schien sogar so zu sein, als wäre es seit Ende April vorgegeben zu sein, dass ich bei dieser VA Tech landen würde. Und nun, da ich in diesem Unternehmen arbeite, geht das Gerücht um, welches ich zwar als völligen Schwachsinn hielt, ich würde dort neuner Geschäftsführer für die Region West werden, allerdings, was ich als noch viel verrückter erachtete, nur wenn ich diese „Silly“ doch noch „bekommen würde“ – Wobei mich allein schon diese Ausdrucksweise mehr als verstörte. Aber dies sind Abhängigkeiten, welche völlig irre sind! Allerdings zu all dem passten, was ich bisher erlebt hatte, lediglich um eine weitere Stufe nach oben gedreht.
Gab es vielleicht sogar einen Zusammenhang, zwischen dem, dass ich „Silly“ anfangs der Saison hier nicht mehr angetroffen hatte und ich beinahe überhaupt eine Möglichkeit mehr sah, dies mit ihr doch noch zu klären, obwohl sie eigentlich nur 200 Meter von meiner Wohnung in Salzburg entfernt in diesem „Fürbergs“ arbeitete, und dem, dass ich sie hier erst wieder angetroffen hatte, nachdem es klar war, ich würde bei dieser VA Tech zu arbeiten beginnen? Damit nur ja meine weitere berufliche Laufbahn mit ihr in Verbindung gebracht werden kann und man mich mit ihr auch im Beruf „klein zu kriegen“ könnte? Allem Anschein nach war es so!
Es blieb daher, eigentlich zwangsläufig, nur eine Möglichkeit. Hier habe ich es mit etwas ganz Eigenem zu tun. Mit etwas, was zwar sowohl vielleichtwirklich mit der Mafia zusammenhängt als auch vielleicht sogar mit offiziellen Stellen, jedoch sonst gänzlich eigenständig ist. An etwas „Politisches“ hatte ich längst wieder nicht mehr gedacht. Denn dazu waren die Personen, mit welchen ich es dabei zu tun hatte, viel zu sehr durchmischt, aus allen Gesellschaftsschichten, jeden Alters, aus allen Branchen, aus allen politischen Richtungen, daher konnte es dies einfach nicht sein. Den Gedanken, ich könnte vielleicht nun politische Einflusssphären durchkreuzt haben, vielleicht auch nur unabsichtlich, oder durch anderen hervorgerufen, das schien somit ausgeschlossen. Zudem ging dies auch schon viel zu lange, noch in eine Zeit zurück, als ich selbst kaum irgendwann meine politischen Ansichten öffentlich geäußert hatte.
Da blieb allerdings noch die Frage, weshalb es nun derart auffällig ruhig geworden war. Denn eigentlich hätte ich genau das Gegenteil erwartet – ich nun zum Gespött der Leute werden würde, nachdem, was sich in der Nacht zum 7. September hier abgespielt hatte. Aber dies war überhaupt nicht der Fall. Dabei kam mir einfach der Gedanke, hier wäre nun womöglich jemandem klar geworden, dass es dabei übertrieben worden war. Was auch eindeutig der Fall gewesen ist. Aber eine derartige Einsicht von sich aus, hätte ich niemanden der Beteiligten zugetraut. Daran glaubte ich zudem auch keinesfalls. Daher kam ich auch hier zur Ansicht, hier könnten vielleicht auch jene Personen, welche mir seit Anfang des Jahres auffielen, darauf aufpassen wollten, dass ich nicht anderen über den Kopf wachsen könnte, hier Einfluss genommen hatten. Denn, dass auch hier Verbindungen zwischen den einzelnen Personen bestehen mussten, das war ebenfalls längst klar. An diesen sogenannten „Polizeidienst“, und daran, dass es so etwas tatsächlich geben könnte, hatte ich damals noch keinesfalls gedacht – hätte ich allerdings!
Da gab es allerdings noch etwas, was mir, schon seit zwei Wochen, als ich mit „Silly“ telefonierte, durch den Kopf ging. Denn sie hatte dabei, regelrecht auffällig, davon gesprochen, ich würde sie gar verfolgen und nur deshalb im Internet zu jener E-Mail-Adresse gekommen sein, an welche ich jene E-Mail am Morgen des 7. Septembers gesendet hatte. Sie sagte dies derart eigenartig, sodass ich glatt zur Ansicht gekommen war, ich könnte sogar von jemandem aus ihrer Umgebung deshalb angezeigt worden sein. Was mich auch nicht weiter gewundert hätte, denn dies hätte ich, gerade dem „verrückten Wirt“, sofort zugetraut, hätte er auch nur den kleinsten Anlass dafür gefunden. Nun könnte dies tatsächlich der Fall gewesen sein. Aber auch dies hätte mich nicht weiter gestört, denn dabei wäre sehr schnell aufgekommen, dass ich „Silly“ keinesfalls verfolgen würde, sondern lediglich dieses unsägliche Theater, dieses Intrigenspiel, endlich beenden wollte. Ja selbst wenn ich mich behördlich von nun an von ihr fernhalten hätte müssen, hätte mich dies nicht weiter gestört. Allerdings hätte ich dazu auch meine Sicht der Dinge dargelegt und darauf bestanden, dass die dann allerdings auch für die andere Seite in gleicher Weise gelten müsste. Denn auch so wäre dieses unsägliche Theater endlich beendet gewesen. – Kurzum, ich hätte eine Anzeige gegen mich deshalb sogar für gut und nützlich zur Klärung der gesamten Angelegenheit gehalten. Zudem hatte ich auch dies als Möglichkeit dafür angesehen, weshalb es nun derart auffällig ruhig geworden war. Denn wäre es in gleicher Weise weitergegangen, wie noch bis 6. September, dann wäre sehr schnell klar gewesen, dass keinesfalls ich hinter all dem stecken würde und daran auch keinesfalls schuld sein könnte! Und dies wäre dann sogar im Zuge von behördlichen Aufnahmen und vielleicht sogar Ermittlungen eindeutig festzustellen und auch festzuhalten gewesen.
Da gab es allerdings noch eine Kleinigkeit, welche mir an diesem Abend durch den Kopf ging. Dies betraf die Aussage von Gebhard T., er wäre nun der Geschäftsführer in diesem Lokal, wenn auch nur interimistisch. Denn in der Arbeit kannte ich mittlerweile dieses Gerücht, ich könnte der neue Geschäftsführer in jenem Betrieb werden, in welchem ich seit Anfang August dieses Jahres arbeitete. Was ich allerdings nach wie vor für einen völligen Schwachsinn hielt und dahinter lediglich dummes Geschwätz vermutete. Aber es könnte durchaus auch sein, dass dieses dumme Geschwätz, wie ich es vernahm, auch auf dieses Lokal, und somit auch außerhalb meiner Branche von diversen Personen angezettelt worden wäre. Denn in der Arbeit hatte ich diesbezüglich vernommen, dass dies andere Personen gegen mich regelrecht aufbringt, ja sie deshalb regelrecht gegen mich aufgehetzt werden, da ich dabei doch anderen, vielleicht längst ausgemachten personellen Veränderungen, in die Quere kommen könnte. Dieses Aufbringen von Personen könnte somit auch hier gegen mich angewendet worden sein, denn ich hatte eigentlich überhaupt keine Idee, weshalb sich dieser „verrückte Wirt“ derart irre mir gegenüber benimmt und mich unbedingt „weghaben“ will. Dies allerdings könnte auch eine Erklärung dafür sein. Auch wenn dies für mich ebenfalls völliger Schwachsinn wäre, denn ich würde niemals aus meiner Branche in das Gastgewerbe wechseln. Allerdings hatte dies doch der „verrückte Wirt“ mir selbst einmal dargebracht, ich sollte doch in diese Branche wechseln, als ich Ende Sommer 2001 mit ihm etwas aneinandergeraten war.
Was ich auch nicht ganz verstand war, warum dieses Lokal zu dieser Zeit noch offen hatte. Denn dies gab es bisher noch nie. Bisher war jedes Jahr, spätestens ab Mitte September das Lokal, nach einem Saisonabschlussfest, für die Wintermonate geschlossen. Aber mittlerweile war es Ende September geworden und dieses Lokal hatte immer noch offen. Dazu noch ein kleines Detail am Rande. Ende der Woche wurde dieses Lokal dann doch, sang und klaglos, für diese Saison geschlossen. Zudem, auch diese „Silly“ hatte ich bisher noch in keinem Sommer nach Ende August noch nie hier angetroffen. In diesem Jahr war sie allerdings noch Mitte September hier, Anfang der Saison allerdings hier gar nicht anzutreffen.
Für mich blieben an diesem Abend viele Fragen offen. Jedoch eines war mir nun klar geworden. Ich musste es hier mit etwas gänzlich Eigenem zu tun haben, wobei hier der „verrückte Wirt“ offensichtlich eigenmächtig gehandelt hatte, es somit gänzlich übertrieben haben musste, denn sonst hätte sich all dies in den vergangenen drei Wochen nicht gänzlich anders entwickelt, als ich es eigentlich vermutet hatte.
Eines war mir allerdings an diesem Abend klar geworden. Niemand baut solch ein „Ding“ auf, handelt derart eigenmächtig, ohne damit etwas vorzuhaben. Das war mir eigentlich schon die ganze Zeit über klar. Doch ich fand nie jemanden, der mir als Zeuge zur Verfügung stehen würde, um darzulegen, was hier gespielt wurde und dagegen vielleicht sogar rechtlich vorzugehen. Jedes Mal wenn ich jemanden gefunden hatte, mit welchem ich darüber endlich offen sprechen konnte, ihn dazu fragte, ob er mir dies auch bestätigen könnte, was er selbst dabei erlebt hätte, dies bezeugen könnte, dann wollte dieser nach kurzer Zeit davon nichts mehr wissen, oder empfand es dann doch wieder als nicht so wichtig, deshalb so weit zu gehen und deshalb vielleicht sogar Behörden einzuschalten, oder dies einfach vor Gericht zu bezeugen. Aber darum wurde ja auch solch ein eigentlich völlig kindischen Theater mit „Silly“ veranstaltet, um all dies aufzubauen. Denn offen will damit niemand etwas zu tun haben.
Weshalb mir nur mehr eine Idee übrig blieb. Selbst danach zu suchen, weshalb dieses „Ding“ aufgebaut werden würde, denn grundlos würde die keinesfalls geschehen, um dann auch selbst Behörden einzuschalten oder selbst rechtliche Schritte zu unternehmen. Irgendwann, so war ich der Meinung, würde ich etwas Entsprechendes finden, um damit rechtlich dagegen vorzugehen. Die Frage war nur mehr, wann und wie.
Dies bestätigte mich allerdings auch wieder dabei, mich nicht einfach von all dem fernzuhalten, davon vielleicht sogar wegzulaufen, denn sonst würde ich niemals etwas finden. So wiederum bekomme ich sehr viel mit und habe auch die Chance, etwas zu finden.
Zudem wäre ich an diesem Abend nicht noch einmal nach Mondsee gefahren, nur um nachzusehen, wie denn die Stimmung nun mir gegenüber sei, hätte ich niemals mitbekommen, dass all dies, was in dieser Nacht von 6. auf 7. September 2003 für mich eigentlich gar nicht so negativ ausgefallen war.
Für dieses Jahr reichte es mir allerdings mittlerweile und ich nahm mir vor, beziehungsweise war froh darüber, in diesem Jahr nichts mehr mit diesen Personen aus diesem Lokal zu tun haben zu müssen, denn dazu sah ich, wie die letzten Jahre auch, über die Wintermonate keinerlei Möglichkeit dafür. Dazu hatte ich einfach keinen Kontakt zu ihnen.
Wenigstens konnte ich nun auch noch von mir behaupten, selbst kein Spinner zu sein und auch nicht weiter nachtragend zu sein, selbst wenn ich an diesem Abend kein Wort mit irgendjemanden in diesem Lokal weiter gewechselt hatte, auch wenn mir all dies, was sich hier bisher abgespielt hatte, längst restlos zum Hals heraushing und ich damit auch eigentlich selbst überhaupt nichts mehr zu tun haben wollte.
Irgendwann, so war ich der Meinung, würde mir zudem auch diese „Silly“ über den Weg laufen, ohne dass jemand aus diesem Personenkreis dabei ist und dann würden wir dies auch so weit bekommen, in Zukunft problemlos nebeneinander weiterleben zu können, dann würde diesen Personen auch ihr gesamtes Intrigenspiel darum zusammenfallen. Alles andere würde sich dann von selbst ergeben. Dies war zudem der erste Abend, am welchem ich darüber nachzudenken begann, sollte ich diese Angelegenheit mit dieser „Silly“ nicht mehr bereinigen können, wegzugehen und anderswo ein neues Leben zu beginnen, denn nach all dem, was sich bisher hier abgespielt hatte, sah ich keine Chance mehr, sollte ich diese Angelegenheit nicht mehr bereinigen können, jemals noch ein halbwegs normales Leben führen zu können. Denn nun wurde auch meine weitere berufliche Laufbahn von dieser „Silly“ abhängig und ich hatte nun bereits ernsthafte Bedenken, irgendwann als Langzeitarbeitsloser zu enden, sollte ich dies nicht mehr lösen können. Dies obwohl mir bisher überhaupt niemand beruflich etwas anlasten konnte und ich dabei mehr als erfolgreich war.
Was mich zudem bei all dem, was ich bisher in diesem Jahr erlebt hatte, am meisten störte und ich als regelrecht widerwärtig empfand war, dass diese Personen, von Menschen wollte ich schon lange nicht mehr sprechen, bei allem die lange Krankheit und den Tod eines nahen Familienangehörigen, nämlich meiner Mutter, schamlos und ohne auch nur die geringsten Bedenken ausgenützt wurde. Hätte ich in diesem Jahr nicht auch noch dies erlebt, dann wären einige meiner Entscheidungen einfach gänzlich anders ausgefallen und vieles wäre so, wie es geschehen war, nie geschehen. Der Tod meiner Mutter war allerdings auch vorhersehbar, wenn auch nicht der genaue Zeitpunkt. Obwohl, auch dabei wurde ich schon mehr als nachdenklich. Daher konnte und kann ich mich des Eindrucks nicht verwehren, auch dies wurde mit voller Absicht in allem miteinbezogen! Für mich waren und sind dies einfach abartige Kreaturen!
All dieses „Mafia spielen“ war eben kein spielen. Hier hatte eben nur jemand, oder eben diese gesamte Gruppe, dieser gesamte Freundeskreis, oder wie auch immer man es bezeichnen will, eigenmächtig gehandelt! Was dies dann ist war für mich längst klar, auch wenn es etwas Eigenes ist! Und, all dies ist mit diesem sogenannten „Nokia Club“, den eigentlich jeder Österreicher, der nur halbwegs aufmerksam die Medien verfolgte, längst gekannt hatte, untrennbar verbunden, denn dies waren einfach dieselben Leute! Mir wurde dies eben vom Wirt der Weinschänke in meinem alten Heimatdorf, der damals Stammgast in jenem Bordell war, in dem Richy S. einst noch als Zuhälter tätig war, erklärt, als wäre dies das Selbstverständlichste der Welt. Auch dies ging mir überhaupt nicht mehr aus dem Kopf. Denn man muss sich einfach nur einmal vorstellen, was dies bedeutet!
Dass für dieses Jahr aber noch lange kein Ende sein würde, damit hätte selbst ich nicht einmal gerechnet, obwohl ich längst stets mit dem Schlimmsten rechnete und es dann aber auch meist noch viel schlimmer kam!
(2019-11-15)