Feuer und Schmerz
Ein Leben in der Welt der „Organisierten“
I
4. August 2013. Endlich war es so weit. Ich bestieg an meinem wöchentlichen Weg Sonntag abends von daheim in Wien zu meiner Arbeit in Stuttgart kurz vor 8 Uhr abends den EC 110 von Salzburg nach München. In meiner Tasche mein Hinweisschreiben. Schon die Wochen zuvor hatte ich mir genau angesehen, wie ich dieses Schreiben in München an Hauptbahnhof in den Briefkasten einwerfen kann, ohne dabei aufzufallen. Aus den Erfahrungen bei meinem ersten Hinweisschreiben im Oktober 2012 hatte ich meine Lehren gezogen. Eines wollte ich auf keinen Fall – dabei irgendjemandem auffallen. So saß ich also mit meinem Schreiben in meiner Laptoptasche, die Tasche am Boden stehen und zwischen meinen Füßen eingeklemmt, sodass ich sie immer unter Kontrolle hatte, in einem Abteil des EC 110 am Weg nach München. Bis kurz vor München lief alles nach Plan. Doch kurz vor dem Ostbahnhof in München blieb der Zug stehen. Ich wurde schon etwas unruhig, denn die Zeit zum Umsteigen in den IC 2010 weiter nach Stuttgart ist zwar ausreichend, aber dieser Zug darf nur keine Verspätung haben. Als der Zug dann durch den Ostbahnhof durch war, machte ich mich zum Ausstiegen bereit, nahm meinen Trolli vom Gepäckfach ober mir, gab meine Laptoptasche oben drauf und stellte mich an den Gang um, sobald der Zug am Gleis zum Stehen kommt, sofort aussteigen zu können und mich auf den Weg durch den Münchner Hauptbahnhof zu begeben. Doch dann blieb der Zug wieder stehen und der Zugführer, er war auch in diesem Waggon, kündigte mit einer Durchsage an, der Zug würde nicht wie geplant am Gleis 12 halten, sondern am Gleis 9, also an einem der Gleise, an welchem sonst die Regionalzüge in Richtung Südosten Bayern halten. Somit war mein ganzer Plan über den Haufen geworfen. Der Zug hatte ohnedies schon so viel Verspätung, sodass der Anschlusszug nach Stuttgart kaum mehr zu erreichen war. Aber dann ergänzte der Zugführer in seiner Durchsage, der Anschlusszug IC 2010 nach Stuttgart würde heute nicht wie sonst vom Gleis 17, sondern vom Gleis 10 abfahren, also wäre der Weg dahin eigentlich sehr kurz. Ich musste vorher aber noch durch die halbe Bahnhofshalle um meinen Brief in den Postkasten zu werfen, sodass mir klar wurde, den Anschlusszug werde ich wohl nicht mehr erreichen. Ich dachte mir noch, egal, mir hat dies alles schon dermaßen viel Geld gekostet, da kommt es nun auf die 35 Euro, welche ich nun für ein Taxi bezahlen werde müssen um vom Stuttgarter Hauptbahnhof zu meiner Unterkunft zu kommen, auch nicht mehr drauf an.
Dann fuhr der Zug endlich in den Münchner Hauptbahnhof ein. Plötzlich fiel mir ein Mann auf, der neben dem Zugchef am Ausgang des Waggons stand. Außer dem Zugchef, diesem Mann und mir war sonst niemand mehr zu sehen im Gang dieses Waggons. Da zeigte der Mann dem Zugchef plötzlich einen Ausweis und sagte zu ihm,
„BND, sorgen Sie dafür, dass der Mann dieser Anschlusszug nach Stuttgart etwas früher abfährt, damit der Mann diesen nicht erreicht!“
Daraufhin fragte ihn der Zugchef,
„wieso?“
Der Mann vom BND antwortete ihm,
„wir erwarten heute eine Übergabe und wollen nicht, dass der Mann mit all denen in diesem Zug danach sitz“.
Dann meinte der Zugchef,
„wer zahlt denn dass alles!“
Der BND-Mann antwortete ihm,
„wenn der BND will, zahlt die Bahn alles!“
Nun stand ich kurz am Gang dieses Waggons kurz vor dem Ausgang und bekam dies alles mit und dachte mir, lass dir jetzt bloß nichts anmerken und zieh das alles einfach durch. Wer weiß, ob dieser Mann auch tatsächlich vom BND ist. Viel zu oft hatte ich zuvor schon Personen erlebt, welche sich auch als Geheimdienstler ausgaben, wo sich aber herausstellte, dies sind lediglich Wichtigtuer.
Nun kam endlich der Zug am Gleis zum Stehen und ich stieg aus, machte mich auf den elends langen Weg von den Regionalgleisen des Münchner Hauptbahnhofs, vorbei an meinem Anschlusszug, dem IC 2010 nach Stuttgart am Gleis 10, quer durch die halbe Bahnhofshalle hin zum Briefkasten, welcher direkt am Zugang zur Bahnhofshalle, vom Haupteingang kommend, steht. Als ich dann endlich an diesem Briefkasten ankam, standen dann doch einige Personen um diesen Briefkasten herum. Nichts war so, wie ich es mir an den vorangegangenen Sonntagen abends angesehen hatte, denn da war eigentlich nie jemand um diesen Briefkasten zu sehen. Diesmal war aber alles ganz anders. Ich stellte also meinen Trolli vor dem Briefkasten ab, rund um mich mehrere Personen, welche mir dabei fast aufmerksam zusahen. Als ich meine Laptoptasche öffnete um mein Schreiben daraus zu entnehmen, vielen mir zwei ältere Herren auf, welche mir bereits bekannt vor kamen und ebenfalls mein Treiben aufmerksam beobachteten. Da meinte plötzlich einer der beiden Herren,
„jetzt haben sie den alten D. geopfert, damit sie mit denen weiter machen können.“
Keine Rede war mehr davon, dass ich mein Schreiben unauffällig in diesen Briefkasten werfen konnte, aber in diesem Augenblick war mir dies eigentlich egal. Denn, wenn dies vielleicht doch alles Geheimdienstler sind und auch dieser Mann vom BND tatsächlich vom BND ist, dann sollte mir dies gerade recht sein. Als ich dann dieses Schreiben in den Briefkasten eingeworfen hatte, verschloss ich wieder meine Laptoptasche, drehte mich um und ging zurück zu den Zügen. Dabei fiel mir auf, dass mein Anschlusszug, dieser IC 2010 nach Stuttgart, immer noch am Gleis 10 stand. Also machte ich mich rasch auf den Weg dahin, denn, wenn es nur irgendwie ging, wollte ich mir die Taxikosten in Stuttgart ersparen. Geld hatte ich zu dieser Zeit ohnedies keines Mehr zur Verfügung, daher war mir jede Sonderausgabe schon zu viel. Kurz bevor ich diesen Zug dann doch noch erreicht hätte, sah mich der Zugchef dieses Zuges an, er stand am hintersten Eingang des letzten Waggons, drehte sich um, schloss die Türen den Zuges und winkte den Zug ab, sodass ich ihn nicht mehr erreichen konnte. Ich begann noch zu laufen und rief dem Zugchef zu, „halt“, denn ich wollte auch noch mitfahren. Aber da sagte der Zugchef lediglich zu mir, „zu spät!“
Eigentlich zufrieden blieb ich stehen und drehte mich vom Zug ab, denn dies könnte doch tatsächlich bedeuten, dieser Mann von BND war auch tatsächlich ein Mann vom BND und wenn mein Schreiben dort hin kommt, dann kommt es genau dort hin, wohin ich es haben wollte. Beruhigt machte ich mich dann langsam auf dem Weg zum Gleis 20, dorthin wo der nächste Zug nach Stuttgart abfährt. Dies ist zwar eigentlich der Nachtzug nach Amsterdam, aber an diesen Zug sind vorne einige Waggons angehängt, welche als IC nach Stuttgart verkehren. Dieser Zug kommt zwar erst nach 1 Uhr nachts in Stuttgart, aber dies war mir in diesem Augenblich nun auch egal.
Als ich dann auf diesen Zug am Gleis 20 wartete und auch später im Zug selbst, ging mir all dies, was ich bis zu diesem Zeitpunkt die letzten Jahre erlebt hatte, noch einmal durch den Kopf.
Fünfzehn Jahre lang hatte ich darauf gewartet, endlich etwas tun zu können – endlich etwas gegen ein Unwesen, welches mir das Leben zu einem nicht enden wollenden Albtraum gemacht hatte, unternehmen zu können.
Fünfzehn unendlich lange Jahre hatte ich darauf gehofft, endlich einen Grund dafür zu finden, mich an offizielle Stellen zu wenden um all dies, was ich in dieser Zeit erlebt hatte und an Informationen, welche ich darüber gesammelt hatte, weiter geben zu können um endlich etwas Linderung in meinem Leben zu erfahren und vielleicht doch wieder einmal in ein halbwegs normales Leben zurück zu kehren. Ich wollte keine Anzeige im eigentlichen Sinn erstatten, denn dafür war mir dieses Unding viel groß zu unheimlich geworden. Zuletzt hatte ich auch schon die Befürchtung, es doch mit Mafia zu tun zu haben. Daher war mir eine Anzeige, vielleicht auch noch unter meinem tatsächlichen Namen, viel zu gefährlich. Ich wollte lediglich einen Hinweis geben, sodass man gegen dieses Unding endlich etwas unternehmen und dagegen einschreiten kann. Zudem dachte ich mir, so wie dies nun abgelaufen ist, muss ich ohnedies bereits überall bekannt sein und auch die Rolle, welche ich in diesem Unwesen spiele, muss bekannt sein, sodass, wenn man von mir noch weitere Informationen haben will, man nur an mich in irgend einer Form herantreten muss und ich all mein Wissen darüber weiter geben kann. Mein ureigenstes Ziel mit diesem Hinweisschreiben war es, endlich Kontakt mit den dafür zuständigen Stellen aufnehmen zu können. Bekannt war ich ja zu diesem Zeitpunkt dort schon!
Unzählige Varianten hatte ich mir überlegt, wie ich hier endlich etwas in Gang setzen konnte. Zuletzt blieb mir allerdings nur noch eine einzige Möglichkeit übrig, eben dieses hinweisschreiben an das BKA in Wiesbaden.
Zwanzig unendlich lange Jahre hatte ich in meinem Beruf geschuftet um endlich aus diesem Unding entkommen zu können und um ein normales Leben führen zu können, dabei um mein Eigentum gekämpft um es nicht zu verlieren, meine Eigenständigkeit wieder zu erlangen. Dabei war ich bis zuletzt in meiner Arbeit bis zuletzt sogar sehr erfolgreich und nicht nur deshalb auch nicht zu Unrecht immer wieder für Führungspositionen, ja sogar Firmenübernahmen, ins Gespräch geraten. Nie hatte ich einen groben Fehler in meiner Arbeit begangen, und wenn, dann hatte ich all meine Fehler meist selbst erkannt und sowieso selbst wieder ausgebügelt. Nie hatte ich gegen irgendwelche goldene Regeln in meiner Branche verstoßen, so, wie es unzählige meiner Kollegen in den vergangenen Jahren getan hatten. Nie hatte ich übertriebene Erwartungen, weder in meinem Beruf, noch in meinem Leben!
Nun, da ich eigentlich alles darüber wusste, warum ich trotzdem kein normales Leben führen konnte, keine Chance in meinem Beruf hatte und zudem auch endlich einen Anlass fand, um mich deshalb hilfesuchend an offizielle Stellen zu wenden, stellte sich für mich auch noch heraus, ich bin ohnedies längst bei diesen Stellen, an welche ich mich wenden wollte, bekannt.
Eigentlich begannen die folgenden Tage noch sehr zuversichtlich für mich. Was allerdings in der Folge geschah, ist unglaublich! Ich dachte wirklich, ich wüsste bereits alles über dieses Unding, aber die Erkenntnisse, welche ich dann noch erlangen würde, hätte ich niemals für möglich gehalten. Ich hatte mir, gerade in den Jahren zuvor angewohnt, immer mit dem Schlimmsten zu rechnen, wobei sich aber auch trotzdem oft genug herausstellte, es kommt noch schlimmer.
So hatte ich auch nun wieder mit dem Schlimmsten gerechnet und eigentlich mit meinem Leben abgeschlossen. Aber was dann kam, hätte ich niemals für möglich gehalten. Es begann ein Intrigenspiel, welches einem an allem zu zweifeln beginnen lässt, was man Tag täglich zu hören und zu lesen bekommt. Und dies in einer Dimension, welche für einen Durchschnittsbürger nicht mehr fassbar ist. Zudem begann eine Diffamierungs- und Hetzkampagne gegen mich, die mir das Gefühl gab, ja sogar zum Staatsfeind erklärt worden zu sein! Und dies nicht nur in Deutschland, sondern auch in meiner Heimat in Österreich! Es lässt einem eine Personengruppe im Staat erkennen, die sich, wegen ihrer Einfältigkeit, beginnen sich zu organisieren – und der Meinung ist, alles und jedem im Staat und auch die Staatsgewalt selbst für sich auszunützen und so manipulieren zu können, um dies ausschließlich für ihrem Vorteil nützen zu können. Eine Personengruppe, welche der Meinung ist, selbst geltendes Recht so auslegen zu können, damit dies ausschließlich für ihre Zwecke gilt – ja sogar selbst Recht sprechen zu können und dafür keine Justiz und Gerichtsbarkeit benötigen. Eine Personengruppe, welche alles und jeden eliminieren will, der es auch nur wagt, ihre Ansichten in Zweifel zu stellen, ja auch nur zu hinterfragen zu wollen. Und dies, nur weil sie sich unter dem Vorwand, selbst die Guten sein zu wollen, organisieren – eben die „Organisierten“. Von Amerikanern und Briten, aber auch von vielen anderen Ausländern, welche ich in den Jahren zuvor kennengelernt habe, kenne ich sie unter dem Begriff „The Organised People“.
Und ich dachte, ich wüsste bereits alles über dieses Unwesen! Aber was ab diesem Zeitpunkt für mich noch zu Tage trat, welche Erkenntnisse sich für mich, alleine durch dieses eigentlich harmlose Hinweisschreiben, ergaben, hätte ich niemals für Möglich gehalten! Gut, das Meiste davon wusste ich bereits, jedoch in welcher Dimension sich dies abspielt und, vor allem, wo die Ursache für dieses Unwesen liegt, das hätte ich mir auch in den kühnsten Phantasien niemals vorstellen können. Es lässt einem daran zweifeln in Deutschland und auch in Österreich in Freiheit, in einer Demokratie, ohne darüber naive Vorstellungen zu haben, und auch in einem Rechtsstaat zu leben. Angesichts der Art wie und für welche Ziele sie sich organisiert haben, flößt einem regelrecht Angst in diesen Staaten und auch um den Staat selbst ein!
Dabei wollte ich nur meiner Pflicht als rechtschaffender, anständiger und couragierter Bürger nachkommen und Vorgänge in meinem Berufs- und Privatleben, sowie meiner näheren Umgebung, welche weit über das übliche Maß hinaus gehen, offiziellen Stellen zu melden, sodass dagegen etwas unternommen werden kann. Ja sogar aufgefordert wurde ich dazu! Mir persönlich war zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur eines Wichtig, ich wollte endlich Ruhe in meinem Leben haben und endlich wieder neu Fuß fassen zu können, denn ich war nicht nur finanziell sondern auch mit meinen Nerven bereits am Ende! Niemals aber wäre ich zu diesem Zeitpunkt noch der Meinung gewesen, ich selbst könnte jemals der Leidtragende dieses Hinweises werden. Es ist einfach unfassbar. Dabei darf man eines nicht vergessen, mein Leben in dieser Welt der „Organisierten“, soweit man dies überhaupt noch als Leben bezeichnen kann, spielt sich nicht etwa in einem Land des ehemaligen Ostblocks, oder gar der ehemaligen Sowjetunion, ohne diesen Staaten zu nahe treten zu wollen, und auch sonst in keinem als demokratiefeindlich bekanntem Land der Erde ab. – Nein! Es spielt sich in Österreich und Deutschland ab den frühen 1990er Jahren bis in die Gegenwart ab!
Es zieht einem schlicht und einfach die Schuhe samt den Socken aus!
Zudem, es kam nicht von ungefähr, dass ich über die Szenerie beim Einwurf meines Hinweisschreibens, welche skurriler nicht sein könnte, eigentlich gar nicht besonders überrascht war.
Seit über zehn Jahren bekomme ich immer wieder sogar Morddrohungen, für den Fall etwas über meine Erlebnisse an die Öffentlichkeit zu bringen, den sonstigen Forderungen dieser „Organisierten“ nicht nachkommen will, ja schlicht und einfach nicht aufgeben will. Aber nun – es geht einfach nicht mehr anders – die Welt der „Organisierten“ muss an die Öffentlichkeit!